Pflanzenheilkunde: Ingwer

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Ich will gar keine großen Worte verlieren hier – der Punkt ist: Ich wollte schon länger relevante Pflanzen etc. auf ihre Heilwirkung analysieren. Hier also zum Thema Ingwer (Zingiber officinale).

Heilwirung von Ingwer (Zingiber officinale) – Prüfpunkte

Ich werde Ingwer kurz und knapp analysieren – im Bezug auf …

  • Inhaltsstoffe
  • Androgen/Östrogen-Haushalt
  • Schilddrüsen-Haushalt 
  • Arteriosklerose 
  • Insulin-Sensitivität 
  • Stress-Achse 
  • Entzündungsparameter
  • (Anti-)Kanzerogene Wirkung 
  • Antimikrobe Aktivität (Stimulation d. Immunsystem)

Inhaltsstoffe

Unter anderem …

  • 6/8/10-Gingerol
  • Methoxy-10-Gingerol
  • 10-Gingerdion, 1-Deoxygingerdion
  • Curcumin
  • 6/10-Shogaol
  • 6-Paradol
  • Gingerenon A
  • Galanal A/B

Sowie klassische:

  • Quercetin, Catechin, Epicatechin, Rutin, Naringenin, Curcumin

(Vgl. [34], [35], [36])

Androgen/Östrogen-Haushalt

Eine Studie zeigt, dass Ingwer-Extrakt, gegeben (umgerechnet auf Mensch via Human Equivalent Concentration) 96 mg/kg Körpergewicht, signifikant das Hoden-Gewicht, die Serum-Testosteron-Werte, die Cholesterin-Werte im Hoden und die alpha-Glucosidase-Aktivität (Marker für Samen-Funktion) steigert – leider gibt die Studie keine genauen Werte an. Definitiv zu kritisieren bezogen auf die Qualität der Studie [1].

Eine weitere Studie zeigt ähnliche Ergebnisse: Testosteron steigt signifikant an, außerdem die Samen-Gesundheit. Hormone wie LH, FSH etc. blieben unbeeinflusst. Verwendet wurde gemahlener Ingwer, Dosis circa  16 mg/kg Körpergewicht, also eine sehr geringe Dosis [2]. Es wurde gezeigt, dass eine Dosis von 8 mg/kg KG den Testosteron-Wert verdoppelt (!), die oben genannte Dosis von 16 mg/kg KG sorgte für weitere Steigerung – im Vergleich zur Kontroll-Gruppe hatten diese Ratten 2,5 x mehr Testosteron im Blut.

Außerdem zeigt eine Studie, dass der durch Blei-Intoxikation hervorgerufene Testosteron-Abfall korrigiert werden kann durch die Gabe von Ingwer (keine Angabe ob Extrakt/Pulver/o. ä) – ich gehe aber von normalem Ingwer-Pulver aus, da die Dosen – im Vergleich zu den oben genannten Studien – deutlich höher waren [3]. Umgerechnet auf dich: 80-160 mg/kg KG. Für einen 100-Kilogramm schweren Mann wäre das 16 g Ingwer-Pulver. Auch noch okay.

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Abb. 1: Dosis-abhängiger Anstieg von Testosteron – zunächst nach 14 Tagen und dann nach 28 Tagen (Kontrolle, 80 mg/kg, 160 mg/kg).

Eine Dosis von 80-160 mg/kg KG zeigt in einer Arbeit der Uni Lagos (Nigeria) einen Dosis-abhängigen Anstieg der Testosteron-Werte und der Spermien-Qualität. Darüberhinaus zeigte sich in dieser Arbeit auch, dass Malondialdehyd (ein Marker für oxidativen Stress) deutlich absinkt [4].

Doch Vorsicht: Eine Verdopplung der eben genannten Dosis (160 mg/kg) sorgt dafür, dass, (vermutlich) via Feedback-Mechanismen, eine Reduktion der Hodengröße zu beobachten ist [5].

Regulatory Toxicology and Pharmacology, Volume 54, Issue 2, S. 118-123″]Only at a very high dose (2000 mg/kg), ginger led to slightly reduced absolute and relative weights of testes (by 14.4% and 11.5%, respectively).

Relevante Studien zum Thema Ingwer und Östrogen(e) konnte ich nicht finden.

Ingwer-Extrakt und -Pulver können offensichtlich den Testosteron-Haushalt modulieren. Außerdem zeigt Ingwer eine protektive Wirkung bzgl. Testosteron-Abfall durch Schwermetall-Intoxikation. Ingwer kann die Samen-Qualität und -Gesundheit verbessern. Zu hohe Dosen könnten potenziell Probleme verursachen.

Schilddrüse

It is a safe herb and up to now, significant side effects such as thyroiditis have not been reported. Despite its experimental antioxidative and inhibitory effects on metabolic rate, which theoretically may lead to decreased thyroid hormone synthesis, in this report, ginger is presumed to play a role in subacute thyroiditis induction. Int J Ayurveda Res. 2010 Jan-Mar; 1(1): 47–48.

Hierbei handelt es sich um eine Case-Study, die eine Patientin beschreibt, deren Schilddrüse offensichtlich nur noch deutlich weniger Jod aufnimmt – die Autoren beschreiben eine Schilddrüsen-Entzündung. Die Patientin wurde „geheilt“, hatte aber die selben Symptome noch einmal, nachdem sie wieder angefangen hat, Ingwer-Süßigkeiten zu essen.

Die Frage ist, wie relevant dieses Ergebnis ist, in Anbetracht der Tatsache, dass Ingwer seit Ewigkeiten konsumiert wird, vor allem in asiatischen Ländern.

Die Datenlage ist ansonsten sehr dünn – genauer: Nicht vorhanden.

Jemand, der also an Schilddrüsen-Problemen leidet, der sollte womöglich ein Auge auf die Wirkung von Ingwer haben, wenngleich ich nicht davon ausgehe, dass oben genannte Krankheitsverläufe „Ingwer-typisch“ sind.

In einer Case-Study zeigt sich, dass Ingwer auch negative Auswirkungen auf die Schilddrüse haben kann, die Betonung liegt auf kann. Ansonsten ist die Datenlage sehr dünn.

Entzündungen und Entzündungsparameter

Ingwer ist ein Cyclooxygenase-1/2-Hemmer. COX1/2 sind Enzyme, die anfängliche Reaktionsschritte der (entzündungsfördernden) Prostaglandin-Synthese katalysieren. Klassische pharmakologische COX1/2-Hemmer sind Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol.

Generell spielen Mediatoren, die aus der Prostaglandin-2-Serie hervorgehen, eine große Rolle im Entzündungsgeschehen – die 2er-Reihe ist durch den Ausgangsstoff Arachidonsäure (essentielle, tierische n6-Fettsäure) gekennzeichnet und bildet PGI2 und PGE2.

Außerdem spielen die Cytokine TNFalpha (Tumor-Nekrose-Faktor alpha) und IL1/IL6 eine sehr wichtige Rolle – das schreibe ich deshalb, weil wir „Entzündung“ klar definieren müssen, wenn wir darüber reden.

Ingwer also hemmt – via COX1/2-Hemmung – die Prostaglandin-Serie-2-Synthese.

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Abb. 2: Prostaglandin- und Leukotrien-Synthese – CC-Lizenz (Bild: Quibik

Darüberhinaus hemmt Ingwer auch die Leukotrien-Synthese, die ebenfalls aus Arachidonsäure hervorgeht. Leukotriene helfen Immunzellen, sich an die betroffenen Stellen „anzuheften“ – das ist vor allem auch wichtig, wenn man die Pathogenese von Arteriosklerose verstehen will, die eben auch gekennzeichnet ist durch die Infiltration von Immunzellen.

Wichtig: Klassische Entzündungshemmer (siehe oben) sorgen via Hemmung von COX1/2 dafür, dass mehr Arachidonsäure zur Verfügung steht, um Leukotriene zu bilden – das ist ein klarer Nachteil. Gut ist, dass Ingwer beide Enzym-Systeme hemmt und somit auch dafür sorgt, dass … gar nichts passiert mit der Arachidonsäure.

Ingwer(-Extrakt) geht außerdem noch einen Schritt weiter und kann sogar Gene „abschalten“, die für die Bildung von entzündungsfördernden Stoffen verantwortlich sind. (Vgl. [16])

Ingwer hemmt zudem auch TNFalpha (siehe oben) und NFkB (ein Protein, das Immunreaktionen „anfeuert“). Letzteres ist zwar essentiell für das Immunsystem, aber eine Fehlregulation (chronisch zu viel) sorgt dafür, dass Krebszellen resistent werden und sorgt dafür, dass das Immunsystem chronisch zu aggressiv bleibt (z. B. chronische Entzündungen) [17].

Um nicht zu weit auszuschweifen:

Ingwer hemmt und moduliert

  • COX1/2 (und somit PGI2 und PGE2)[16] [20] 
  • Leukotrien-Synthese [16]
  • TNFalpha [17] [18] [19]
  • NFkB [17] [18] [19]
  • IL6 [18] [19]
  • IL1 [18] [19] 

… und weist somit definitiv ein recht starkes anti-entzündliches Wirkspektrum auf. Es wäre sicherlich sehr interessant zu wissen, wie es zusammen mit Kurkuma, n3-Fettsäuren, Vitamin D, resistenter Stärke und Bor wirkt.

Ingwer könnte potenziell helfen, überall da, wo Entzündungsprozesse relevant sind: Krebs, Arteriosklerose, Insulin-Resistenz, systematisch-chronische Entzündung, Schilddrüsen-Dysfunktion (T3-Konversionsstörung oder Schilddrüsen-Entzündung), Arthritis, Rheuma usw.

Ingwer zeigt eine stark anti-entzündliche Wirkung und hemmt diverse entzündungsfördernde Parameter. 

Arteriosklerose (u. a. Modifikation von Blut-Lipiden und oxLDL)

Aortic atherosclerotic lesion areas were reduced 44% (P<0.01) in mice that consumed 250 microg of ginger extract/day. J Nutr. 2000 May;130(5):1124-31.

Arteriosklerose-Ablagerungen wurden durch den Konsum von Ingwer-Extrakt um 44 % verringert in ApoE-Minus-Mäusen. Leider kann ich keine genaue Dosis für den Menschen angeben, da ich keine Angaben zum Extrakt habe.  Darüberhinaus wurde durch Ingwer-Konsum die Konzentration von Blut-Triglyceriden und -Cholesterin gesenkt, beide um jeweils circa 30 %.  Die Makrophagen-induzierte LDL-Oxidation wurde um bis 60 % verringert, gleichzeitig verringerte sich auch die Konzentration der Lipid-Peroxide als Marker für die Rate der Lipid-Oxidation (circa 60 %) [7].

Eine Hasen-Studien zeigt ähnliche Effekte. Luftgetrocknetes Ingwer-Pulver (umgerechnet auf den Menschen: 32 mg/kg KG) hemmt die Arteriosklerose-Entwicklung um 50 %. Die Autoren merken an, dass Ingwer keinen Einfluss hatte auf die Blut-Lipide und die Effekte wohl vermittelt werden durch die antioxidative Kapazität und entzündungshemmende Eigenschaft des Ingwers [8].

Ein alkoholischer Extrakt von Ingwer (Umgerechnet auf Menschen: 64 mg/kg KG) resultierte in einer deutlichen Reduktion der Arteriosklerose-Entwicklung, induziert durch Gabe von Cholesterin. Die Gabe von Cholesterin erhöhte die Blut-Lipid-Werte dramatisch. Ingwer-Extrakt korrigierte diese Abnormalität ähnlich wie Gemfibrozil, ein Lipid-senkendes Medikament (Fibrat) [9].

The results indicate that ginger is definitely an antihyperlipidaemic agent. J Ethnopharmacol. 1998 Jun;61(2):167-71

Diese Blut-Lipid-modulierende Eigenschaft von Ingwer zeigt sich auch in Diabetes-Ratten [10], wo außerdem eine Anti-Diabetes-Wirkung festgestellt wurde – aber dazu kommen wir gleich.

Ähnliches wurde auch gezeigt in einer Human-Studie (doppel-blind-kontrolliert): 40 Probanden bekamen 3 g Ingwer pro Tag. Beobachtet wurden signifikante Besserungen aller relevanter Parameter, darunter auch Cholesterin (gesamt), LDL-Cholesterin, VLDL und Triglyceride [11].

Ingwer scheint potent Blut-Lipid-senkende Eigenschaften zu haben, darüberhaus auch anti-entzündliche, anti-oxidative und somit auch anti-atherogene Eigenschaften. Ingwer kann die Entwicklung von Arteriosklerose signifikant hemmen.

Insulin-Sensitivität

Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Human-Studie (Diabetiker) zeigt, dass die Gabe von Ingwer (3 g als Pulver) zu einer 10 %igen Reduktion des Nüchtern-Blutzuckers führt, während der Nüchtern-Blutzucker in der Placebo-Gruppe um 20 % ansteigt [12].

Eine weitere doppelblinde, Placebo-kontrollierte Human-Studie (3 g Ingwer pro Tag) zeigt leichte Verbesserungen bezogen auf den Zucker-Stoffwechsel (Insulin und HOMA-Index) – nennenswert ist auch die Reduktion des LDL-Werts (70 vs. 90). Es zeigte sich keine Veränderung bei Cholesterin gesamt, HbA1c und HDL-Wert [13].

Ginger extract and gingerols enhanced glucose uptake in L6 myotubes, by enhancing translocation of GLUT4 to the surface membrane and activation of AMPKα1 through a Ca2+/calmodulin-dependent protein kinase kinase pathway. (S)-[6]-Gingerol also enhanced energy metabolism through marked increment of peroxisome proliferator-activated receptor-γ coactivator-1α (PGC-1α) gene expression and mitochondrial content in L6 skeletal muscle cells. New Journal of Science, Volume 2014 (2014), Article ID 674684

Offensichtlich scheint Ingwer die Zucker-Aufnahme in den Muskel positiv zu beeinflussen durch Translokation des Glukose-Transporters (GLUT4) via AMPK-Aktivierung – dies resultiert insgesamt in PGC1-alpha-Expression und somit auch mitochondrialer Dichte (und Funktion) [14].

Das ist sehr gut. Nur ich vermute, dass das alles einigermaßen Dosis-abhängig funktioniert und wir bei Diabetikern nicht weit kommen werden mit 2-3 g Ingwer-Pulver. Ein Test mit 10 g wäre sicherlich deutlich aussagekräftiger.

Insgesamt aber könnte die Insulin-Sensitivität durch Ingwer auch durch Modulation von Entzündungsprozessen gebessert werden. Siehe oben.

Ingwer ist in bisher getesteten, normal-niedrigen Dosen (2-3 g) meiner Meinung nach nicht effektiv, wenn es um die Behandlung von Diabetes und Insulin-Resistenz geht. Ingwer scheint aber (vermutlich Dosis-abhängig) den Glukose-Transport in die Muskulatur zu fördern – die Frage ist, ob wir einen nennenswerten Effekt bei höheren Dosen (z. B. 10 g) beobachten könnten.

Stress-Achse

Ingwer vermag die Körpertemperatur zu steigern – das tut es (vermutlich) via Katecholamine (z. B. Adrenalin). In der Tat zeigt eine Studie, dass eine (10-Shogaol) der Substanzen, die im Ingwer enthalten sind, für eine Adrenalin-Ausschüttung sorgt [15]. Wie hoch die Dosis sein muss, damit so etwas auch nennenswert in uns passiert, das kann ich an dieser Stelle leider nicht sagen.

Falls du eine Nebennieren-Schwäche hast, solltest du diesen Punkt aber im Auge behalten.

Ursprünglich ging es um die Effekte von Ingwer bei Glutamat-Toxizität, aber gemessen wurde – leider nur beim Ratten-Gehirn – ein signifikanter Anstieg von Noradrenalin, Dopamin, Adrenalin und auch Serotonin [22]. Wer sich noch nicht auskennt mit den einzelnen Neurotransmittern, dem empfehle ich mein Buch zu kaufen.

Der Anstieg dieser Neurotransmitter könnte dafür sorgen, dass klassische depressive Verstimmungen gebessert werden.

The findings of this study showed that ginger could significantly reduce the total score of PMS, severity of mood, and physical and behavioral symptoms of the first month intervention. So according to the availability and the safety of ginger, the ginger can be an appropriate treatment in reducing symptoms of premenstrual syndrome. ISRN Obstet Gynecol. 2014; 2014: 792708.

In einer Human-Studie [23] konnte gezeigt werden, dass Ingwer die Symptome und Beschwerden der prämenstruellen Phase signifikant bessern kann.

Zum Thema Cortisol, allgemeinem Stress-Empfinden etc. konnte leider keine Studie ausfindig gemacht werden.

Die Gabe von Ingwer könnte theoretisch zu einer Erhöhung von Katecholamin-Synthese bzw. -Freisetzung führen. Dies könnte helfen gegen depressive Verstimmung und/oder Antriebslosigkeit. Ingwer hilft – nachgewiesen – bei PMS.

Anti-kanzerogene Wirkung

Ingwer zeigt folgende anti-kanzerogene Wirkungen:

  • Ingwer hemmt die Entstehung von Leber-Krebs induziert durch Cholin-Defizienz (mal eben darüber nachdenken, bitte), wahrscheinlich auch durch Hemmung von Entzündungen [17]
  • 16 mg/kg KG Ingwer-Extrakt, sorgt dafür, dass der Prostata-Tumor ca. 60 % kleiner ist – dies geht einher mit deutlich weniger Metastasen und einer gesteigerten Rate der Apoptose (Zelltod) bei Krebszellen. Bemerkenswert: Diese Toxizität ist spezifisch und wirkt nicht auf normale, gesunde Zellen [24. Es konnte außerdem gezeigt werden, dass einzelne, im Ingwer enthaltene Substanzen deutlich effektiver wirken, wenn kombiniert mit Ingwer-Extrakt bezogen auf die anti-kanzerogene Wirkung bei Prostatakrebs [25]
  • Der Inhaltsstoff 6-Shogaol tötet potent und selektiv leukemische Krebszellen [26] und Prostata-Krebszellen [29] ab
  • Ähnliche Effekte wurden gezeigt bzgl. Gebärmutterschleimhaut [27] und Bauchspeicheldrüse [28]

Insgesamt zeigen diese Effekte, dass Ingwer ein interessanter Kandidat sein könnte, wenn es um die Krebs-Prävention geht – interessant wäre sicherlich auch hier, zu wissen, in wie weit Synergismen mit anderen Pflanzen(stoffen) vorhanden sind.

Ingwer zeigt potent anti-kanzerogene Wirkung, in vitro und in vivo gegen diverse Krebs- bzw. Tumorarten

Aktivität gegen Pathogene und Effekt auf Immunsystem

Die im Ingwer enthaltenen Gingerole (10 und 12) töten Bakterien im Mund ab, was vor allem bezüglich Karies und (bakteriell verursachtem) Zahnfleischschwund relevant sein könnte [30].

Ingwer-Extrakt tötet (in vitro) Streptococcus mutans, Candida albicans und Enterococcus faecalis ab [31].

Es gibt noch einige weitere Studien bei denen Wirkungen gegen Pilze und auch Synergismen (beispielsweise mit Honig) festgestellt wurden.

Bezogen auf das Immunsystem von Lebewesen bzw. Tieren konnte ich nur eine Studie ausfindig machen, die zeigt, dass Ingwer eine induzierte Immunschwäche kompensieren kann [32] – was in deutlich besserer Infekt-Abwehr resultiert.

Ingwer kann offensichtlich potent Oral-Bakterien abtöten und hat darüberhinaus eine recht gute Wirkung gegen ein breites Spektrum von Bakterien/Pilzen und anderen Pathogenen. Man kann vermuten, dass Ingwer außerdem die Immunfunktion moduliert.

Abschluss und Fazit

Ingwer, Ingwer-Extrakt und seine Inhaltsstoffe zeigen sich sehr hilfreich, dann, wenn es um einige der genannten Parameter geht.

Besonders effektiv und nützlich erscheint mir Ingwer im Bezug auf Entzündungen und entzündliche Prozesse zu sein, außerdem bei der Krebs-Vorsorge.

Ich denke nicht, dass Ingwer ein stark potentes „Mittel“ ist, wenn es um eine deutliche Verbesserung von Insulin-Resistenz gehen soll. Zumindest nicht in herkömmlichen Dosen (2-3 g).

Ingwer scheint definitiv einen Einfluss zu haben auf den Testosteron-Haushalt und kann womöglich auch Auswirkungen auf den Neurotransmitter-Haushalt haben.

Zur Forendiskussion

Referenzen

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  • juju

    Welche Dosis brauche ich als 55Kg Frau wenn ich es in Form von frischem Ingwer einnehme? ( nicht das meine Hodengrösse darunter leidet, haha). Nein im ernst, wie mache ich eine gute Pulver- frisch Umrechnung .