Dein Blut, mein Blut

Edubily thematisiert so einiges, aber auch zu wesentlichen Teilen deine Blutwerte. Sie nämlich können Auskunft geben über deine Immunokompetenz, also wie gut dein Immunsystem funktioniert, aber auch zum Beispiel wie ADÄQUAT dein innerer Antrieb ist…

… somit wären wir schon beim Punkt.

Denn was ich dir hier ja auch vermitteln will ist deine Individualität – du bist du, ich bin ich. Die Naturgesetze gelten zwar sowohl für dich, wie auch für mich, aber sie interagieren in einem anderen System. 

Beispiel Gehirn: 

Dein Gehirn, dein Ich, wird maßgeblich geprägt im Kindergarten-Alter. Alles das, was du dort erlebst, alles das, was du dort bist, kann man ruhig auch als dein wahres Ich bezeichnen. Alles das, was du dir danach aufgebaut hast, ist nicht deine Seele, ist nicht dein wahres Ich, sondern ein Konstrukt deines Ichs, gemacht von dir selbst. 

Jedes Gehirn ist einzigartig. 

Ich habe einen jüngeren Bruder. Meine Mutter hat uns beide immer so unterschieden: Der eine kommt nie zur Ruhe, will den ganzen Tag nur am Maximum leben. Der andere will den ganzen Tag seine Ruhe, lebt – in der Jugendsprache würde man sagen – gechillt. 

Der Grundunterschied zwischen mir und meinem Bruder ist also, dass mein Gehirn ein Dopamin-Gehirn ist. Ich werde niemals eine Depression bekommen – also die Stoffwechselerkrankung des Gehirns – denn dazu ist zu viel Leben, zu viel Wollen, zu viel Sonne in meinem Gehirn – kurz: Ich bin immer wach. 

Mein Bruder lebt sein GABA-Glycin-Leben. Sein komplettes System ist nicht darauf ausgelegt, so massiv hochzufahren, wie das bei mir der Fall ist – ganz einfach, weil seine Nebennieren nie exzessive Mengen an Katecholaminen produzieren mussten. 

Im Sinne der Optimierung der Blutwerte wäre also grundfalsch, ihm die selben Sachen einzuverleiben. 

Ich sehne mich nach dem, was er hat: Ruhe, Gelassenheit, Entspannen. 

Daher liegt mein Fokus darauf, dieses Gehirn zu bremsen. 

Ich habe mittlerweile gelernt, dass es ein Teil von mir ist, ein Grenzgänger zu sein – so hart wie möglich die eigene Belastbarkeit zu testen und immer am absoluten Maximum zu funktionieren. 

Meinem Bruder ist das völlig egal – wieder Teil seiner Natur. Er nimmt die Welt völlig gelassen. 

Daher lebe ich konstant im (positiven) Stress. Ich bin schon als Kind so oft hin und her gegrabbelt auf Steinboden im Hof, bis die Knie blutig waren – nur weil mir das Grabbeln so Spaß gemacht hat. Das jedenfalls bekam ich zu hören, inklusive Bilder. 

Ich also muss mein Gehirn bremsen. 

Deshalb brauche ich dringend viel Magnesium, viel Taurin (!), viel Glycin – eben alles, was mich irgendwie hemmt und beruhigt. 

Mein Bruder hingegen würde – wenn er explizit danach fragen würde – dringend mehr Dopamin brauchen. Mal machen – nicht nur Informatiker sein und den Tag im Raum verbringen, sondern machen, raus, Action, Power. 

Daher funktioniere ich auch manchmal besser mit weniger Gesamteiweiß, denn wenn mein Gesamteiweiß oben anschlägt, dann schlägt auch Dopamin im Extrem an und ich komme gar nicht mehr zur Ruhe. 

Aber so ist das.

Jeder muss zu sich selbst finden. Jeder muss wissen, wer er ist, wie er sich in welchen Bereichen am besten fühlt. 

Wenn ich mir also mein komplettes Dopamin nehme, dann bin ich nicht mehr ich – auf der anderen Seite muss ich bremsen. 

Wenn mein Bruder nur noch Dopamin im Gehirn hätte, würde er sich in seinem Körper wohl nicht mehr „heimisch“ fühlen. 

Hast du den Punkt verstanden?

Du bist ein Individuum und brauchst individuelle Blutwerte. Auch hier gilt: Es gibt kein „one size fits all“. 

Ich kann nur Richt – und Erfahrungswerte liefern, aber du bist derjenige, der optimieren muss. 

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Gesamteiweiß – du schreibst irgendwo, daß das die Gesamtmenge der Albumine ist.
    Oder noch mehr?

    Siehst du bei deinen Klienten eine Veränderung, wenn dieser Wert über 8 ist?

    Oder ist für dich ein Aminogramm ausschlaggebender?

    1. Hallo Lisa,

      i.d.R. reicht Gesamteiweiß aus – denn damit das Gesamteiweiß hochgeht, müssen i.d.R. auch die Aminosäuren im Blut ansteigen.

      Ausnahmen sind bestimmten Erkrankungen wie EBV, da können dann einzelne Aminosäure-Mängel vorliegen.

      Aber generell sollte man gut fahren, wenn man einfach mehr Eiweiß isst und den Wert anhebt auf ca. 8.

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