Das Prohormon Vitamin D

Leider schreibe ich viel zu selten über dieses so wichtige (Pro-)Hormon.

Calcitriol, aktives Vitamin D, ist ein Hormon. Alleine daraus kann man im Prinzip schon seine Bedeutung ableiten. Auch der gesunde Menschenverstand würde dem beipflichten: Ohne Sonne kein Leben.

Wie wichtig Vitamin D eigentlich ist, das lernen wir jetzt erst.

Für mich persönlich steht fest, was mich gesund erhält und weiterhin auch gesund erhalten wird. Dazu gehört selbstverständlich auch Testosteron. Ohne Testosteron ist die Welt nichts wert. Das wird alleine daran ersichtlich, dass jeder Mann gerne einen halbwegs männlichen Körper hätte, mit normalen männlichen Proportionen und somit auch einem normalen Körperfettanteil.

Vitamin D hat ja tatsächlich auch etwas mit Testosteron zu tun.

However, the impact of VD on sex hormone production is largely unexplored, although VDR knockout mice develop hypergonadotropic hypogonadism […]

(Jensen et al., 2010)

Wenn Mäuse also keinen Vitamin D Rezeptor haben, dann sehen die nicht männlich aus.

Also hat Vitamin D an sich bereits via Vitamin D Rezeptor eine entscheidende Funktion hinsichtlich des Phänotyps (und natürlich auch hinsichtlich des Genotyps).

Doch das wird noch viel konkreter, wenn man mal beim Menschen nachmisst:

Compared to baseline values, a significant increase in total testosterone levels (from 10.7 ± 3.9 nmol/l to 13.4 ± 4.7 nmol/l; p < 0.001), bioactive testosterone (from 5.21 ± 1.87 nmol/l to 6.25 ± 2.01 nmol/l; p = 0.001), and free testosterone levels (from 0.222 ± 0.080 nmol/l to 0.267 ± 0.087 nmol/l; p = 0.001) were observed in the vitamin D supplemented group.

(Pilz et al., 2011)

Es wird also interessanter: Wir haben also, wenn wir mal den Vitamin D Spiegel anheben, 20% mehr Testosteron und 20% mehr freies Testosteron.

Das klingt schon ganz gut.

We show that calcitriol, the hormonally active form of vitamin D, regulates the expression of aromatase in a tissue-selective manner. Calcitriol significantly decreased aromatase expression in human BCa cells and adipocytes […]

(Feldman et al., 2010)

Calcitriol, das aktive Vitamin D, sorgt also dafür, dass weniger Aromatase exprimiert wird und das auch direkt in den Fettzellen. Dieses Wissen ist Gold wert und erklärt auch, warum das freie Testosteron ansteigt! Zumindest wäre das eine Erklärung.

Man kann das ja aber noch weiterspinnen. Vitamin D ist an so vielen Prozessen beteiligt, dass man es selbstverständlich nicht nur auf Testosteron reduzieren kann. Aber ein Effekt von Vitamin D, inklusive der Steigerung von Testosteron, ist auch der Zusammenhang mit der Kraftentwicklung.

Erstaunlicherweise wurde dieser Zusammenhang bereits im Jahre 1956 entdeckt von deutschen Physiologen.

Demnach hatten Athleten in den späten Sommermonaten bzw. den frühen Herbstmonaten die höchsten Werte hinsichtlich der Kraftentwicklung. Im Schnitt konnte man dort bis zu 300% mehr Kraftentwicklung beobachten (Hettinger et al., 1956).

Mich beeindruckt Vitamin D zunehmend und es sollte mittlerweile tatsächlich ein Standard sein, den Vitamin D Wert auf ein gutes Niveau anzuheben. Deshalb frage ich euch auch nicht danach, weil es für mich mittlerweile absolut selbstverständlich ist, dass die Leute Vitamin D Kapseln (hochdosiert) schlucken.

Das ist kein Medikament, das ist ein Hormon! Denke mal über die Bedeutung von Hormonen nach!

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Servus Chris,

    hier meine bisherige Erfahrung mit Vit D…
    Habe mich mit diesem Thema anfang des Jahres auseinandergesetzt. 1. Messung mit Medivere (amazon) ergab 40 ng/ml…Als Ziel Wert wollte ich ( nach Recherche) 55…also mit Formel aus Buch „Gesund in 7 Tagen“ 170000 IE über ne Woche genommen…und dann da wieder Frühjahr/Sommer war sporadisch supplementiert.
    Auffällig: von Feb. bis Ende Sep nicht einmal krank gewesen ( einmalig in meiner Zeit auf dem Planenten)
    Im Sep dann mal wieder ordentlich krank geworden…auffällig, hatte schon mind. 2-3 Monate nicht supplementiert und der Sommer war sehr sehr dürftig ( zu mind. in der Zeit wo ich nicht Lernen musste^^)
    also mal 70000 IE eingeschmissen und dann 2 Wochen später messen lassen….Ergebniss: SELBER WERT, wieder 40 ng/ml…
    Dies verwundert mich nun sehr….
    Habe Vit D zusammen mit Fischöl genommen…
    Vit D von Vitaplex in Tropfenform
    Dass Medivere einen Schmarn misst, kann ich mir auch fast nicht vorstellen, oder ?!?
    Zufall, vorallem 1. Messung nach Winter, 2. Messung nach Sommer wäre schon sehr unwahrscheinlich….

    habe selbige Frage in der Primal FB Gruppe gestellt…da wurde sich dann über die Fettmenge die man zusammen mit Vit D aufnehmen sollte, gestritten….außerdem kamen Hinweise, dass man es mit K2 und Magnesium nehmen sollte ( was ich nicht gemacht habe )
    außerdem kam der Hinweis, dass durch das Herausdrücken von Bluttropfen auch Wasser mit in die Probe gelangt und dass das Vit d im Blut sehr lichtempfindlich sei…

    Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn du zu den Punkten deine Meinung sagen könntest. Danke

    lg Seabass

  2. Ich antworte einfach mal:

    Zum messen:
    Werte besser in einem Labor messen lassen. Kostet kaum mehr und ist valider.
    Messung 3x im Jahr: Februar – Juni – Oktober.

    Zum einen sollte jedem bewusst sein, dass das D-Hormon, insbesondere das aktivierte 1,25Oh, zwar ein sehr potenter Immunmodulator ist, aber auch nicht ALLE Erkrankungen je verhindern kann.

    Also auch mit gutem VD-Status kann man noch krank werden. Die Wahrscheinlichkeit jedoch sowie die Dauer und Schwere werden vermutlich jedoch sehr positiv beeinflusst.

    VD moduliert die Immunantwort, vor allem die T-Zell-Antwort, hinsichtlich weniger pro-inflammatorischer Zytokine wie TNF-Alpha und IL-1, IL-2 oder IL-6 hin zu mehr IL-10, das Immunreaktionen dämpft.

    Gleichzeitig werden Makrophagen und NK-Zellen „besser“ und effizienter in ihrer Arbeit.
    Wir haben also eine effektivere Arbeitsverrichtung des Immunsystems, die wesentlich leiser und ohne großen Radau abläuft.

    Wir kommen ja nicht mit weniger Keimen in Kontakt, lediglich die Prozessierung im Körper wird verändert.

    Vereinfacht kann man sich das so vorstellen: Statt der Armee mit Nukleargeschossen (TNF-a, Il-6, C-RP, PGE2) die ungezielt und mit vielen Kollateralschäden arbeitet, haben wir nun leise, fast unbemerkt und sauber arbeitende Special-Forces und Geheimdienste.

    Dadurch bleiben weniger Entzündungen in den Geweben zurück, wodurch sich ua. eine Vielzahl der positiven VD-Effekte auch hinsichtlich Prävention diverser Krebs-Entitäten erklären lässt.

    Allerdings ist eine hochdosierte Supplementierung nicht unkritisch. Dass synthetisches VD ebenso wirkt wie jenes durch UV-Strahlung darf man bezweifeln.
    Man hebelt hier natürlich Mechanismen aus. Im Endeffekt sollte nach derzeitigem Stand der Benefit überwiegen, sofern ein Spiegel von 40-50 ng/ml angestrebt wird.
    Dieser ist aber auch mit regelmäßigem, Hautkrebs-schonenden Sonnenbädern von 20-30 min zu erreichen. Im Winter können Sonnenbänke mit UV-B Anteil alle 2-3 Wochen die Spiegel bis zum Frühjahr auf einem stabilen Level halten.
    Längere Sonnenbäder als > 30 min sind nicht zielführend hinsichtlich der VD Versorgung, da zum einen ein Sättigungseffekt bei der Bildung eintritt und zum anderen gebildetes VD in der Haut durch UV-Strahlung auch wieder zerstört wird.

    Magnesium und Vitamin K sollten ausreichend vorhanden sein, um die vielfältigen Prozesse in denen VD mitwirkt optimal zu gestalten. Defizite sind hier also zu korrigieren.

    Gruß!

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