Unbesiegbarer Schwabbel

Was ist der direkte Unterschied zwischen Männer-Speck und Frauen-Speck?

Eine unterschiedliche Genexpression. 

Geschlechtshormone modulieren

  • Ort der Speicherung
  • Fähigkeit zur Aufnahme von Fett
  • Amin-Sensitivität bezogen auf Fettfreisetzung (z.B. Noradrenalin)

Kurz gesagt: Testosteron sorgt insgesamt für ein maskulineres Fettgewebe.

  • Lokale Fettspeicherung eher am Bauch, als an den Armen, Beinen, Po und Hüfte.
  • Potente „down regulation“ von Lipoprotein-Lipase (dadurch weniger Fettaufnahme)
  • Vermehrte Reaktion auf Katecholamine (z.B. Noradrenalin)

Das Problem wird direkt ersichtlich für Frauen, als auch für Männer:

Frauen haben blöderweise eine natürliche „Veranlagung“ Fett zu speichern.

Aber: Das macht die Frau ja auch „weiblich“.

Nur will ein Mann weiblich sein?

Die Synthese von Östrogenen aus Testosteron oder Vorstufen, korreliert direkt mit der Fettmasse. Das liegt daran, dass man im Fettgewebe ein Enzym namens Aromatase findet.

Nur, man(n) kann sich vorstellen, dass das nicht so optimal ist, denn eine Genexpression kann sich ja ändern. Wenn man jetzt also Schwabbel hat, der ursprünglich mal „männlich“ war, aber unser gutes Testosteron tief in der Speckschicht ständig umgewandelt wird zu Östrogenen, dann schaffen wir dort ein relativ weibliches Umfeld.

Östrogene sind schlau: Sie erhöhen die Östrogendichte (Edit: Östrogen-Rezeptor-Dichte; Sorry!) und blocken gleichzeitig die Wirkung von Testosteron.

Wie sich nicht-männliche Fettzellen verhalten, steht ja oben geschrieben.

Die Lösung des Problems sind Aromatasehemmer. Nur dadurch können wir potent Aromatase ausschalten, Östrogene verringern und ein „Wegreagieren“ von Testosteron verhindern.

Also: Wenn du Schwabbel an Popo, Hüfte und Bauch hast, der niemals weggeht, dann könnte man Versuche starten mit zum Beispiel

  • 6-oxo
  • Sulforaphan

Sulforaphan finden wir in Kreuzblütlern (google). Dort finden wir auch Dinge, die bekannt sind unter Namen wie DIM oder I3C (google). Alle können Östrogene und ihre Funktion beeinträchtigen. Das wurde auch bewiesen an Brustkrebszellen (Licznerska et al., 2009). 

Noch interessanter ist 6-oxo:

Compared to baseline, free testosterone underwent overall increases of 90% for 300 mg 6-OXO and 84% for 600 mg, respectively (p < 0.05). DHT underwent significant overall increases (p < 0.05) of 192% and 265% with 300 mg and 600 mg, respectively. T/E increased 53% and 67% for 300 mg and 600 mg 6-OXO, respectively.

(Rohle et al., 2007)

Doch vorsichtig: Das ist eine potente Veränderung des eigenen Hormonhaushaltes.

Dennoch: Es gibt Möglichkeiten.

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