Lebenskunst – Gleichgewichtszustand

Was ist überhaupt ein Gleichgewichtszustand? Und warum er über dein Schicksal entscheidet.

Die eigentliche Kunst des Lebens ist nicht, chronisch viel Testosteron im Blut zu haben oder jeden Ironman zu gewinnen, sondern viel mehr immer in einem Bereich zu bleiben, der ein optimales Funktionieren gewährleistet.

Viele von uns verstehen das Leben als chronischen Zustand. Ich muss jeden Tag 7,5 Stunden schlafen, genau 20 Minuten an 4 verschiedenen Geräte trainieren, die erste Mahlzeit um 5:30 zu mir nehmen… usw.

Im Prinzip impliziert dieser Gedanke ein starres Gebilde, eine unnatürliche Struktur.

Neulich habe ich ein „Konzept“ entwickelt, eine Basis zum Verstehen meiner Gedanken.

Nehmen wir mal die Grafik als Beispiel. Dort sehen wir eine graue (siehe unten) „Ideal-Linie“ unserer Leistungsfähigkeit. Mein Basis-Konzept soll die also möglichst nahe an dein genetisches Maximum bringen.

Die Realität aber sieht zwei Modifikationen vor:

  • es gibt keine „Ideal-Linie“ oder so etwas wie eine „Konstante“
  • es gibt „no go“ Bereiche oben und unten, die man niemals erreichen darf.

Die Wahrheit ist also nicht die graue, mathematische Funktion, sondern die blaue Linie, die regelmäßig Ausschläge nach oben und unten zeigt.

Das heißt in „normaler“ Sprache: Es ist erstrebenswert möglichst nahe am genetischen Maximum zu leben – es ist aber unmöglich einen starren, chronischen Zustand zu generieren.

Wir müssen uns also von dem Gedanken verabschieden, dass wir immer im absoluten Optimum funktionieren – viel mehr sollten wir Abweichen akzeptieren.

Dein Testosteron-Wert ist heute niedrig? Macht nichts, so lange er auch wieder steigt.

Du hast einen hohen Eiweiß-Wert im Blut? Wieso nicht 3-4 Tage davon leben?

Du musstest heute 9 Stunden schlafen, anstelle der geplanten 7? Akzeptieren!

Das Entscheidende ist eher, wie es nicht aussehen sollte…

Viele Menschen fühlen sich deshalb hundeelend weil sie sich ständig im unteren Drittel ihrer Leistungsfähigkeit bewegen. Das Gefährliche ist nicht das untere Drittel an sich, sondern die Tatsache, dass eine Kleinigkeit reicht, ein kleiner Windstoß und diese Menschen fallen einfach um.

Wenn du also „fast-defizient“ bist in Mikronährstoffen wie Zink, Vitamin A, Vitamin D, diverse Aminosäuren, du meinst, du müsstest 20 Stunden für den Ironman trainieren, wie ein Weltmeister, du sowieso wenig schläfst, dann muss nur eine zusätzliche Belastung kommen, ein kleiner Virus, und es kann dich in einen Sumpf ziehen – Beispiel Depression.

Die Grenzen sind jedoch nicht so starr, wie ich das gezeichnet habe, sondern fließend.

Der Pfeil deutet die Stelle an, wo du – sowieso schon halb-tot, in eine Zone gelangst, wo du eigentlich nie hin solltest: Der point of no return.

Man nennt das auch: „Bereich mit Folgeschäden“.

Das könnte zum Beispiel ein Herzinfarkt sein, ein seelisches Trauma, eine Bein-Amputation usw. – also ein Ereignis von dem du dich eventuell nie wieder erholst oder das zumindest herbe Spuren in dir hinterlässt.

Nicht eingezeichnet ist das Gegenteil. Wenn also jemand über sein genetisches Maximum will. Da denke ich sofort an Steroid-Nutzer beim Bodybuilding, die sich gar nicht darüber im Klaren sind, was da noch so alles passieren kann: myokardiale Hypertrophy (also pathologische Vergrößerung des Herzens), Brüste usw.

Aber auch Dinge wie Drogen, die unser Dopamin-System an die Wand schießen, wir nach 2 Tagen Drogenkonsum erst einmal tief-depressiv sind, womöglich abrutschen in eine Sucht.

Du siehst: Alles bewegt sich in einem gewissen Rahmen.

Deine Aufgabe ist es, das Extrem zu vermeiden – schön in guten Bereichen zu bleiben, möglichst nahe an deinem genetischen Potenzial, möglichst im lächelnden Bewusstsein, dass das Leben eben ein ewiges Auf und Ab ist.

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