Das Problem mit den „Vitaminen“

Vitamine sind wichtig.

Ich persönlich aber finde, dass Vitamine wie B-Komplex, eine deutlich unwichtigere Rolle einnehmen, als die fettlöslichen Vitamine oder aber auch Spurenelemente und Minerale. 

Fettlösliche Vitamine, genauer Vitamin A und Vitamin D, sind keine „Vitamine“, sondern Pro-Hormone, die im Körper bedarfsgerecht in Hormone umgewandelt werden. Ein Hormon ist kein Spielzeug. 

Wie viele Menschen aber sehen das unwirksame Beta-Carotin stellvertretend für alle anderen Vitamine etc. an? 

Wer aber redet über Zink? Oder über Jod, Selen? 

Von 100 Klienten, die kein NEM nehmen, haben 90 eine Zink-Defizienz, einhergehend mit einer dramatischen Reduktion des Testosterons. Testosteron an sich aber ist doch nicht nur dafür da, dass wir Sex machen können, sondern auch sehr wichtig bezogen auf die kardiale Leistungsfähigkeit, auf die muskuläre Leistungsfähigkeit und fungiert direkt als Anxiolytikum. Natürlich kann man diese Liste noch endlos fortsetzen, aber wie wichtig muss ein Stoff, Zink, denn sein, damit man ihn anerkennt? 

Erst wenn man sich darüber Gedanken macht, also über die Wichtigkeit eines solchen Stoffes, wird man weiter denken. Dann wird man vielleicht mal nachdenken über eine passende Dosierung.

15mg „darf“ man essen. Egal ob dick, dünn, Sportler, Raucher, Kranker… 

Doch woher kommen denn diese 15mg? Hat irgendjemand, der 15mg empfiehlt, also die DGE, mal nachgemessen? Oder hat man gefragt: Was esst ihr so zuhause? Und hat dann Pi mal Daumen berechnet, wie viel Zink man denn so aufnimmt? 

Denn das nächste Problem ist die Bioverfügbarkeit.

Eine pflanzliche Matrix, die zusätzlich noch Phytinsäure enthält, wird potent dafür sorgen, dass der Körper fast kein Zink aufnehmen wird. 

Selbst wenn man dann „vorbildlich“ 15mg via Pflanzen zu sich nimmt, wie sieht das Blut dann aus? Kommt das Zink dort an?

Liegt dieses Zink als organische Verbindung vor? 

Und was sind überhaupt 15mg? 15mg sind für einen Mann, der 70kg wiegt, genau so angebracht, wie für einen Mann, der 100kg wiegt? 

Ich glaube kaum. 

Ist dein Darm überhaupt in der Lage, das Zink ordentlich aufzunehmen? Oder hast du Probleme bei der Verdauung. Stimmt der Magensaft? 

Bist du Sportler? Kein einziger Sportler wird ausreichend mit Zink versorgt sein. Das geht überhaupt gar nicht, das ist physiologisch völlig unmöglich, was auch dann noch verschlimmert wird, wenn jemand zusätzlich noch viel Protein zu sich nimmt, was ja die meisten Sportler mittlerweile machen. 

Es ist also völlig unsinnig, wenn man eine Angabe macht nach dem Motto „one size fits all“. 

Und es ist demnach auch unsinnig, wenn man dann artikuliert, dass man „aufpassen muss, ab 30mg/Tag wirds problematisch“. Für wen? Für den 100kg-Mann? 

Eine einzige Infektion reicht, ein banaler Schnupfen, reicht aus, damit die Zink-Werte im Blut verschwinden. Das hat nicht nur Dr. Strunz gemessen, sondern auch ich selbst. Kein Wunder, dass man sich nach einem Infekt immer fühlt wie ein Baby-Hund und so fast-depressiv.

Entweder man nimmt so viel davon, dass man einen Unterschied merkt oder man lässt (2x) nachmessen. 1x vorher und 1x nachher. Weil sonst gibt’s wieder nur Rätselraten.

print

12 Kommentare, sei der nächste!

  1. super artikel. eindeutige infos zu zink, überzeugt mich. 🙂
    nur noch was zu der phytinsäure allgemein. passt vielleicht nicht 100% hier rein aber ich hatte heute früh schon in ähnlichem kontext darüber nachgedacht:

    ich esse zu 90% getreidefrei. übers wochenende hatte ich bekannte zu besuchen und habe mich den „normalen“ essgewohnheiten angepasst:
    -morgens: brötchen mit nutella
    -mittags: nudeln mit sahnesauce
    -abends: selbstgemachte pizza, bier und wein

    nun gut, das unterscheidet sich SEHR stark von meiner sonstigen ernährung.
    meine frage: gibt es untersuchungen wie schlecht phytinsäure wirklich (nicht therotisch) ist. also wie verbessern sich die blutwerte, wenn man nicht MEHR mineralstoffe zu sich nimmt (durch supps oder bestimme nahrungsmittel), sondern einfach WENIGER phytinsäure.

    das müsste doch schon extrem viel ausmachen. aber es geht ja nicht nur ums getreide. wie viel phytinsäure ist noch vertretbar? bei nüssen sollte doch der gesundheitliche nutzen den schaden übersteigen?! ich könnte mir vorstellen dass es da zum beispiel bis zu einem gewissen grad „gut“ ist (eine handvoll) und dann schnell „schlecht“ wird (eine ganze packung). liege ich da richtig oder -wie beim grüntee- besser ganz meiden.

    sorry dass es etwas länger wurde, wenn es besser ins forum passt, kann ich es gerne verschieben

    1. Du hast es erfasst:
      Alles in Maßen!

      Nur das Problem wird schlimmer, je mehr Kalorien wir zu uns nehmen müssen. Wenn jemand auf 3000 kcal/Tag kommen muss, in einer low carb Diät, dann wird er zwangsläufig Nüsse essen.

      Ich kenne wenige, die sich trauen, 100g Butter zu essen oder 100ml Olivenöl zu „trinken“.

      Und dann wird das Problem sehr relevant.

      Ein Beispiel liefert uns Couzy et al. (1998), wo der natürliche Gehalt von Phytinsäure in Sojamilch (200ml) die Aufnahme von 50mg zugesetztem Zink KOMPLETT inhibiert.
      Da kommt überhaupt gar nix, gemessen, im Blut an.

      Man kann sich also vorstellen, dass von den Mineralien aus Mandeln, auch nichts im Blut ankommt und wenn man so blöd ist und die Mandel dann auch noch zum Fleisch konsumiert… naja 🙂

      Ironischerweise hat Weißbrot, Spaghetti etc., sehr wenig Phytinsäure, wenn überhaupt, denn man hat ja sowieso alles entfernt, was irgendwie vor Fraßfeinden schützen könnte.

      Also ist, meiner Meinung nach, jemand sowieso besser dran, wenn er nicht das volle Korn isst.
      Volles Korn enthält alle Substanzen, die dramatische Schäden in einem anrichten können. Pflanzen sind ja nicht blöd, die wollen nicht gefressen werden.

      50mg Zink, gar nicht aufgenommen, wegen 200ml Sojamilch… das ist dramatisch.

      LG, Chris

      1. danke für die studie, nach sowas hatte ich gesucht. ich hatte in der zwischenzeit nur eine gefunden, bei der phytin-mais und phytin-frei-mais verglichen wurde und keine unterschiede festgestellt wurden (Mazariegos et.al 2006). das mit der soja-milch ist aber echt erschreckend.

        dann hoffen wir mal, dass die blutwerte der deutschen durch die carbo-/glutenphobie steigen und steigen. obwohl, da ist dann wieder die frage, mit was das ersetzt wird…verflucht seist du stufe 1

  2. Ja, die von dir genannte Studie sagt aber deshalb nicht viel aus, weil „phytin-frei-mais“ nicht frei davon war, sondern nur weniger hatte. 1500 vs. 2300 mg.
    Das Zink wurde nur zu ca. 30% aufgenommen. Bei allen Gruppen.

    PS. Ja, das hoffe ich auch. 🙂

  3. Bezüglich der B-Vitamine könnte man noch zu bedenken geben, dass insbesondere bei Folsäure (B9) ein verbreiteter Mangel in der deutschen Bevölkerung herrscht (wunderlich eigentlich bei der Menge an NEM die inzwischen auch breit in Discountern angeboten werden und all den Zusätzen).
    Folat ist insbesondere mit B6 und B12 sehr wichtig für die Verstoffwechselung von Homocystein, einer Aminosäure die aus Methionin entsteht und toxischen Effekte insbesondere auf das Gefäßendothel zeigt.
    Es gilt als gesichert, dass Homocystein das Risiko für kardiale Ereignisse, Thromboembolien und Schlaganfälle deutlich erhöht! Zudem wirkt es neurotoxisch und kann Depressionen auslösen.
    Leider keine Kassenleistung, aber da eine Menge Leute mit nicht bekannten leichten Defekten dieses Enzymsystems herumlaufen, oder eben nutritiv bedingt zu hohe Spiegel haben, sollte man das messen lassen und dann ggf. höher bis hochdosiert die entsprechenden B-Vitamine zuführen.

    Zu der Phytinsäure würde ich gerne ins Feld führen, dass es auch hier Kontroverse gibt hinsichtlich der gesundheitlichen Bedeutung.
    Es gibt Untersuchungen, die der Phytinsäure positive Effekte auf die Reduktion des Darmkrebsrisikos zusprechen.

    Bezüglich der Zinkaufnahme habe ich eine Studie mit Veganern und Vegetariern im Kopf, die sogar unter Phytinsäure-reicher Kost höhere“ Zinkspiegel hatten, als die Kontrollgruppe.

    Erklären könnte ich mir das ggf. mit den genialen Adaptationsmechanismen des Menschen: je schlechter die Bioverfügbarkeit, desto intelligenter die Transport- und Extraktionssysteme – der Körper lernet also effektiver die geringere Menge Zink aufzunehmen und zu verwerten.

    Ich persönlich finde das Thema sehr schwierig. Selber vertrage ich Phytinsäure-reiche Produkte eher schlecht und vermeide sie. Die Datenlage bezüglich entsprechender Lebensmittel ist aber nicht eindeutig.

    So gibt es bezüglich der phytinsäure-reichen Mandeln oder Walnüsse sehr viele positive Studien bezogen auf u.a. kardiovaskuläre Morbidität und vor allem bei Mandeln hinsichtlich BMI und Kalorien-Intake (Mandeln sättigen sehr stark).

    Überdies gibt es ja auch viele Möglichkeiten (und viele Kulturen handhaben dies auch meines Wissens nach so) Phytinsäure durch Einweichen von Getreide und Nüssen über Nacht abzubauen.

    Schwierig!

  4. Bezogen auf die B-Vitamine und Homocystein gebe ich dir recht!
    Nur was ich mit der Aussage andeuten wollte war die Tatsache, dass viele bei dem Wort „Vitamine“ abschalten, ohne dabei über die Rolle von Spurenelementen bzgl. Hormone nachzudenken.
    B-Vitamine an sich haben diesbzgl. eine nicht so dramatische Wirkung auf den Hormonhaushalt, wie zum Beispiel Jod, Selen. Wenn jemand merklich mehr T3 im Blut hat, kann das ein ganz anderes Leben sein. Komplett anders!

    Das wird mit B-Vitaminen nicht passieren, weswegen ich es „unfair“ finde, wenn die Wirkung von „Vitaminen“ auf das „Nicht-Spüren“ von einigen wasserlöslichen Vitaminen reduziert wird.
    Natürlich völlig ungeachtet der Tatsache, in wie weit sich das auf andere Parameter (Folsäure; Homocystein etc.) auswirken kann. Das wissen viele ebenfalls nicht.

    Ich habe hier auf dem Blog mal einen Artikel geschrieben, aus diversen Arbeiten zitiert, die genau diese Problematik hinsichtlich Veganismus, Vegetarismus anspricht.
    Und keine einzige Arbeit kam zum Schluss, dass wir damit eine bessere Versorgung mit Mikronährstoffen erreichen.

    Ab einem gewissen Lebensumstand wird einfach die aufgenommene Menge entscheidend, was auch dann offensichtlich wird, wenn man das bei sich und vielen anderen nachgemessen hat.
    Wie gesagt: Ein Schnupfen und Zink ist weg.

    Ich habe über dir mal eine Arbeit genannt (im Kommentar), die eine banale Soja-Milch untersucht. Fazit: Von 50mg Zink kommt 0 davon im Blut an.
    Das ist dramatisch, weil ich die Zink-Werte von vielen kenne – und die sind bedürftig.

    Ich glaube einfach auch nicht daran, dass anorganische Verbindungen, von Spurenelementen, pflanzlicher Herkunft, zudem eingebettet in pflanzlicher Matrix, meistens schon gehindert von Phytinsäure, besser sein sollen oder können, als Spurenelemente, gebunden an organische Verbindungen, aus Fleisch.
    Das macht auch aus evolutiver Perspektive eher Sinn, dass Fleisch die bessere Spurenelement-Quelle darstellt.

    Ich gebe dir recht hinsichtlich der Datenlage zu Nuss-Verzehr und kardiovaskulären Risikofaktoren. Aber was soll ich dazu sagen?
    Wenn jemand lebt nach einer typischen „Western diet“, dann verwundert es doch nicht, wenn die mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren, die Blutlipide verbessern.

    Ich bezweifle aber stark, dass Nussfett etc. einen Einfluss haben wird bei ohnehin schon „Gut-genährten“.

    Gerade hat eine Klientin Gewicht verlieren können, das vorher nicht so möglich war. Der einzige Grund waren die 100g Mandeln.
    Mandeln sind sehr energiereich, das wird gerade von Gutgläubigen vergessen, die sich auf solche Behauptungen stützen.

    Ich bin mir aber absolut sicher, dass „ein paar Mandeln“ am Tag, gar nichts anrichten werden. Es wird aber dann zum Problem, wenn man dazu noch Vollkorn isst, viel Bohnen und Sojaprodukte.
    Und diese Art der Ernährung ist ja gerade wieder in, dank Menschen wie Attila Hildmann etc.

  5. Da hast Du auf jeden Fall Recht!
    gemessen an dem Impact auf den Körper sind die Auswirkungen der Spurenelemente sicher wesentlich deutlicher – und, was ja auch nicht zu verachten ist – damit die unmittelbare Lebensqualität. Die B-Vitamine wirken da sicher eher „sanfter“, sofern man nicht im Hochdosisbereich arbeitet.

    Mit der Verwertung der organischen Elemente bin ich auf jeden Fall ganz bei Dir.
    Es ist sicherlich der Königsweg.
    Ich stelle mir nur oft die Frage, wie oft dieser „Königsweg“ mit tierischen Produkten für die meisten Menschen über Jahrmillion möglich war.

    Und ob er, je nach geografischer Lage, überhaupt nötig war.
    Es gibt ja Völker, die ausgesprochen pflanzlich dominiert essen. Genauso, wie andere mehr tierische Nahrung oder 50/50 essen.

    Alles völlig im Bereich des Normalen.
    Du hattest ja bezogen auf Vitamin D und Vitamin A schon von der unterschiedlichen Präferenz Glukose/Fette korreliert mit dem Breitengrat gesprochen.

    Das, könnte ich mir vorstellen, gilt für die Versorgung mit Spurenelementen und anderen Vitaminen vielleicht ebenfalls. Je nach Konstitution und Anforderung, nach nach Umfeld, braucht der Körper andere Mengen der Substanzen.
    Weniger Vitamin D –> schlechter Immunfunktion? –> zum Ausgleich dafür mehr Zink-Intakt und mehr Vitamin A?
    Mehr Vitamin D –> weniger Zink nötig?

    Um es mal sehr einfach und pauschaliert in den Raum zu schmeissen 🙂

  6. Deine Überlegungen sind hervorragend und absolut gerechtfertigt.

    Die „Mäßigung“ gilt mit Sicherheit auch für Spurenelemente. Es war mit absoluter Sicherheit so, dass man nicht chronisch hohe Zink-Werte hatte. Aber ich bin mir sicher, dass es a) kompensiert wurde durch das Vorhandensein anderer Mikronährstoffe (wie du schreibst) und b) der Zustand nicht chronisch war.

    Nur die Kompensationsmechanismen von damals, werden heute nicht greifen. Uns fehlt der Bezug zur Natürlichkeit, zur Sinnlichkeit, zum Glauben und so weiter.
    Wir leben in einer vom Menschen entwickelten Welt. Das hat nicht mehr viel mit Natur zu tun. Dieses konstante „Leisten-müssen“ bei gleichzeitiger Reduktion von dem, was uns wirklich gut tut, ist kein natürliches Umfeld für uns.
    Dieses Umfeld also verlangt uns konstante Leistungsfähigkeit ab.

    Menschen von damals mussten nicht jeden Tag stundenlang „joggen“, um an Nahrung zu kommen. Buschmänner der Kalahari schicken den besten Läufer, um das Tier zu erlegen.
    Gleichzeitig wird kiloweise Mongongo Nuss gepflückt, ohne großen Aufwand. Dort wird über diverse Behandlungen dann die schädlichen Substanzen entfernt. Aus der Mongongo Nuss machen diese Menschen sogar Suppe.

    Dann wissen viele von ihnen nicht nur, wie man schädliche Substanzen der Pflanzen entfernt. Soja, Bohnen, Getreide sind absolute Neuheiten in der Entwicklung des Menschen und wurde niemals „hauptsächlich“ verzehrt.

    Stärkehaltige Pflanzen wie Süßkartoffeln sind deutlich nährstoffreicher und hochwertiger, wenn man diese als Beispiel einer Kohlenhydrat-Quelle anführt.

    Außerdem muss man auch davon ausgehen, dass es eine gewisse genetische Varianz gibt: Wir hier im „Norden“ (Europa etc.) haben Neanderthaler-Gene in uns. Neanderthaler waren aber schon deutlich früher in der Eiszeit unterwegs und hervorragend an Fleisch-Kost angepasst.
    Diverse Isotop-Untersuchungen belegen diese Tatsache: Homo sapiens und der Neanderthaler haben beide so gegessen, wie der arktische Fuchs, der ja ein (fast) reiner Carnivor ist…
    Der Protein-Anteil der Ernährung lag bei ca. 35-40%.

  7. Ich würde noch ein Stück zurück gehen in dei Vergangenheit: In Afrika spielten auch iin der Menschwerdung Wurzelgemüse, vor allem die Erdmandeln („tiger nut“) eine ganz gewichtige Rolle:

    Vor 1.2 – 2.3 million Jahren benötugten unsere Vorfahren „only needed to spend some 37% – 42% of its daily feeding time (conservative estimate) on C4 sources to meet 80% of its daily requirements of calories, and all its requirements for protein.“

    http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0084942

    Die Autorin meint:

    I believe that the theory—that „Nutcracker Man“ lived on large amounts of tiger nuts—helps settle the debate about what our early human ancestor ate. On the basis of recent isotope results, these hominins appear to have survived on a diet of C4 foods, which suggests grasses and sedges. Yet these are not high quality foods. What this research tells us is that hominins were selective about the part of the grass that they ate, choosing the grass bulbs at the base of the grass blade as the mainstay of their diet.

    http://www.sciencedaily.com/releases/2014/01/140109003949.htm

    Erdmandeln haben einen sehr niedrigen GLYX, sehr viel resistenter Stärke und Arginin. Und keine Antinährstoffe. Bis auf B12 schneiden die gar nicht mal so schlecht ab!

    http://s7.directupload.net/images/140822/qan9pieq.jpg
    http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1541-4337.2012.00190.x/abstract

    Und vor rund 1 Mio Jahren hat der Mensch dann nicht Aas (passiv) gegessen sondern wohl auch aktiv mit der Jagd begonnen- damit konnte das Hirn zu Lasten des Darm sich vergrößern. Der Rest ist Geschichte.

  8. Also wenn meine dicken Bücher mich nun nicht täuschen, dann sind B-Vitamine äußerst kritische Nährstoffe besonders für die KH-Esser – denn aus Pyruvat wird nur unter Vorhandensein einer ganzen Reihe von B-Vitamine der Goldstandard der Energiegewinnung. Mit Fetten hingegen geht der Körper viel unprätentiöser um. Daher wohl auch der LowCarb-Hype. Die Leute sind die ersten Tage ganz aus dem Häuschen, wieder Energie zu beziehen aus ihrem Essen, wenngleich noch bei den meisten diverse Defizite weiterhin bestehen bleiben. Aber es ist zumindest ein Schritt hin zum Leben. Also, auf mich wirken besonders Stärke-KH gleichsam erstickend. Und, ehrlich gesprochen: Der IF-Anspruch (praktiziere derzeit ein Ein-Mahlzeiten-Schema) lässt sich definitiv viel leichter mit LC umsetzten. Auch sind in typischen LC-Lebensmitteln viel eher die eminent wichtigen Nährstoffe (Selen, Zink, Eisen etc.) in signifikanten Mengen enthalten. Stärke-KH stopfen, aber machen mich nie satt, sondern aggressiv hungrig. Seit ich „Protein fokussiere“ (chapeau!, Chris) und Fett als energetische Grundlage nehme, esse ich einmal am Tag (snacke auch nie, weil ich es beim schlichten Snack nie belassen kann – wenn ich esse, will ich mich auch satt essen), bin vormittags ausgeglichen und bei der Sache wie noch nie, nehme dennoch an Kraft und harter Körpersubstanz zu. Das alles wird ermöglicht durch einen im Prinzip niedrigeren Bedarf an B-Vitaminen, wenn ich nicht irre.

  9. B6
    Ist zwar schon eine alte Diskussion,aber ergänzend zu B6 möchte ich gerne meine persönliche Erfahrung besteuern:
    Obwohl B6 ja theoretisch in genügender Menge in meiner normalen (‚Allesfresser‘) Nahrung sein sollte, brauche ich von Zeit zu Zeit eine Ergänzung: ca. 3 – 4 Tage hintereinander 20mg B6 pro Tag genommen und meine nächtlichen ‚Nervensymptome‘ sind weg: Einschlafen von Hand und/oder Arm beim Drauflegen bzw. ziehen ins linke Bein von den alten Bandscheibenvorfällen..
    Da ich Fleisch esse, nehme ich (brauche ich? ) kein zusätzliches B12.

    Das ist für mich persönlich schon ähnlich beeindruckend wie Leber essen (nach jahrelanger gedankenloser ‚Abstinenz‘)

    Liebe Grüße
    Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.