Zuviel des Guten

Vielen scheinen diverse biologische Konzepte nicht vertraut zu sein – das jedenfalls denke ich mir oft, wenn ich irgendwelche Ratschläge zu (bspw.) Training und Ergänzungsmittel sehe.

Es ist nur immer etwas problematisch, wenn man Dinge erzählt, die man gar nicht richtig einschätzen kann.

Ein klassisches biologisches Konzept ist das der „Optimumskurve“, die auf allen biologischen Ebenen vertreten ist, also sowohl makro -, als auch mikrobiologisch:

Angenommen die „Intensität des Umweltfaktors“ wäre die Menge eines Nahrungsergänzungsmittels. Nehmen wir mal als Beispiel Chrom. Wir lesen ja überall dass Chrom als Bestandteil des Glukose-Toleranz Faktors, die Insulin-Sensitivität verbessert.

Übertragen auf den obigen Graphen, würde das bedeuten, dass Chrom bei steigender Konzentration tatsächlich einen Nutzen hat, der jedoch – aber einer bestimmten Menge  – wieder abfällt.

Das ist alles sehr vage, man muss „vermuten“, wann der Bereich der „ökologischen Potenz“ erreicht ist, das heißt der Bereich, wo Chrom optimal wirkt.

Dieses Konzept steht im krassen Gegensatz zu der landläufigen Auffassung, dass eine Wirkung linear steigt – das heißt, dass angenommen wird, dass ein Stoff, der in niedrigen Dosierung sehr gut wirkt, in höheren Dosierung noch viel besser wirkt. 

When good things go bad – oder wie man sich die Finger verbrennt.

Im Beispiel der Chrom-Supplementation würde das folgendes bedeuten:

After 16 weeks of chromium picolinate therapy there was no significant change in insulin sensitivity between groups (p=0.83). There was, however, a strong association between serum chromium and change in insulin resistance (β = -0.83, p=0.01), where subjects with the highest serum chromium had a worsening of insulin sensitivity. This effect could not be explained by changes in physiological parameters such as body weight, truncal fat and serum lipids with chromium therapy.

(Masharani et al., 2012)

Also hier haben wir eine doppelblinde Studie mit einer Chrom-Dosis von 400mcg. In vielen NEM ist bereits 200mcg Chrom enthalten.

Was wir hier – als Resultat der Arbeit – sehen können, ist eine inverse Korrelation zwischen Plasma Chrom Werten und der Insulin-Sensitivität. Das heißt: Mit steigenden Plasma Chrom Werten, sinkt die Insulin-Sensitivität.

Interessant hierbei ist die Tatsache, dass die Teilnehmer alle völlig „normal“ waren, das heißt nicht dick und normale Glukose-Werte.

Bei Diabetikern könnte das also anders aussehen.

Die Frage, die man sich immer wieder stellen sollte: Wie viel von dem Stoff, den ich da gerade zu mir nehme, brauche ich denn wirklich?

Wenn man sich Sachen von außen zuführt, sollte man einfach nie aufhören zu denken.

Ich möchte noch kurz etwas anschneiden… Raffinierte Kohlenhydrate wegzulassen war eine gute Idee, gar keine Kohlenhydrate zu essen…

print

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.