Serotonin macht den König

Professor Michael McQuire hat uns gezeigt: Alpha Tiere (Affen) haben doppelt so viel Serotonin im Blut.

Ich möchte an dieser Stelle an meinen Post erinnern: Wir machen Alpha Tiere, wir machen „König und Königin“. Im TV kennen wir diese Menschen als „Prominent“. Jugendliche hier würden sagen: Die fühlen sich. Tatsächlich zeigte Prof. McQuire, dass Alpha Affen tief fallen, wenn man sie vor einen einseitigen Spiegel setzt. Das heißt: Er kann zwar seine Untertarnen sehen, aber sie ihn nicht. Wenn er dann quasi ein Dominanz-Gehabe ins Nichts macht, dann zeigen die natürlich keine Reaktion, Serotonin fällt wieder und der Gute wird depressiv. So einfach läuft das mit der Hirnchemie. Erst deine Anerkennung, deine Bewunderung, deine Beachtung, macht den normalen Menschen zum Affen, nein im Ernst: Zu etwas „Besserem“.

Es gibt ja tatsächlich Menschen, die Anerkennung verdienen. Aber in 99% der Fälle ist es eher die Dummheit und die intuitive Hörigkeit der Menschen, die an Illusionen glauben. Facebook ist wohl eine der größten Illusionen unserer Zeit. Jede Frau ist ein Victoria Secret Model und jeder Mann ein Top-Athlet.

Zurück zum Thema: Natürlich kann man den Spieß auch drehen. Wenn du weißt, dass Serotonin das Hormon ist, das dich wie ein König fühlen lässt, dann achtet man eben sehr auf den Serotonin-Haushalt im Körper. Es geht da in erster Linie um das Gefühl, nicht um die reale Tatsache. Denn die muss Folgen. Das ist das einfachste mentale Gesetz. Wie innen… usw.

“If you will practice being fictional for a while, you will understand that fictional characters are sometimes more real than people with bodies and heartbeats.”

Ausgedachte Charaktere finden wir in Filmen. Wenn wir diesem Zitat oben glauben dürfen oder spaßeshalber einfach mal tun, dann könnten wir in Filmen zumindest ein archetypisches Bild von uns und unserer Gesellschaft sehen.

Ich habe voller Bewunderung oft Filme wie Troja gesehen. Da gibt es i.d.R. gute Krieger, die ganze Heere führen, meistens als „Held“ gefeiert, aber Könige sind die nie. Im Gegensatz zu den heldenhaften Kriegern, sitzen die Könige meistens bis zuletzt auf ihrem Thron und machen gar nichts.

Erstaunlicherweise können wir ähnliches Verhalten auch bei uns erkennen. Wir strampeln und „kämpfen“ so lange (Noradrenalin, Dopamin, Adrenalin, Cortisol), bis wir einen Status erreicht haben, der uns befähigt einfach loszulassen. Inneres Glück darf kommen, wir lehnen uns zurück und sind unantastbar, zumindest subjektiv. Dann hat nicht mehr Dopamin und Noradrenalin die Oberhand, sondern Serotonin.

Wir glauben immer, dass wir uns erst anstrengen müssen und danach erhalten werden und dann (!) können wir uns zurücklehnen, loslassen – aaaaah, endlich. Es kommt vor, dass wir diesen Zustand nie erreichen werden. Ich denke hier liegt einer der größten Denkfehler aller arbeitender Menschen: Du solltest im Kopf schon ein König sein, wenn du im Betrieb ein König werden möchtest.

Also nicht erst dich und deine Seele zerstören (Noradrenalin, Dopamin, Cortisol, Adrenalin), bis du irgendwann krampfhaft vielleicht mal erreichst.

Wieso nicht direkt mit Serotonin im Kopf ins Rennen gehen?

Dieses „Umdrehen“ kennen wir vom Körper… Man muss nicht zwanghaft versuchen Cortisol zu senken. Man kann auch einfach Testosteron zum Steigen bringen, dann folgt Cortisol automatisch.

Es hat also wenig mit Esoterik zu tun, wenn ich sage: Höre auf zu kämpfen, es lohnt sich nicht. Erzeuge das Gefühl in dir (Serotonin) und der Rest muss und wird folgen. Und wenn nicht, dann gehört es nicht zu dir. Das sollte man akzeptieren.

Übrigens: Serotonin ist tatsächlich etwas sehr Mächtiges. Es blockt nämlich viele Substanzen in dir, die deinen Körper auf Kampf bzw. Flucht vorbereiten. Wenn du also endlich mal entspannen willst – und es nie kannst! – dann musst du unbedingt Serotonin hochbringen. Das kommt nicht einfach so. Außer du hast 100.000 Facebook-Follower und – – – fühlst dich.

Und bei genauerer Betrachtung würdest du erkennen: Das sind höchstens Opfer und haben keine Ahnung von nix 🙂 Aber das ist ein anderes Thema.

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hi Chris,

    Danke dafür!
    Bevor ich mal meine Werte haben messen lassen (Serotonin und Tryp am oberen Anschlag) habe ich auch noch extra Tryptophan genommen (moderate 500mg-1000mg). Habe mich allerdings eher gefühlt wie durchgeknallter Pavian 🙂 – aufgekratzt, übel und leicht schwitzig und war wohl eher im Übersyndrom.
    Als Erfahrungsbericht und Warnung für alle die sich jetzt Serotoninspeicher vollknallen wollen!

    LG, Sven

  2. Hi Sven,

    Danke für den Ratschlag.
    Ich denke die zu nehmende Menge hängt von der Persönlichkeit und somit vom Verbrauch von Tryptophan ab.
    Ich kann manchmal 5g ganz gut vertragen 🙂

    LG, Chris

    1. Hallo Chris,

      ich habe mit 5-htp gute Erfahrungen gemacht, ich fühle mich bei 3 x 50mg täglich einfach ausgeglichener. Das „losgelöst sein“ führt allerdings nicht unbedingt in die soziale Mitte, aber das ist einem dann ja egal.

      Gruß
      Peter

  3. Morgens nüchtern vor dem Sport oder sonst nüchtern vor Aktivitäten . Nach dem Sport ein Löffel Honig vor dem Frühstück/ Mahlzeit.
    Das maximiert den Tryp Uptake. Andere AS werden während und dann v a nach dem Sport vom Muskel aufgenommen und es gibt weniger Konkurrenz für Tryp an der BHS. Insulin durch Glukose boostet das. Muss keine riesen Menge sein.
    Aber vorsicht! Nicht dauerhaft unkritisch in hohen Mengen einnehmen, da NW auftreten können.
    Isolierte AS bieten viel Potenzial, aber auch viel Risiko. Es ist unphysiologisch , die Konzentration einzelner AS stark zu erhöhen. Manche sind toxisch bzw. können u.U. toxische Metabolite bilden.

    1. Ich bin auch kein Freund von Übersupplementation mit Tryptophan – von manchen gängigen Praktiken wie Supplementation von 10g/Tag, halte ich nichts und sollte auch so nicht angewandt werden, wenngleich einige Gramm pro Tag zusätzlich für einige Menschen Gott wert sein könnte.

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