Ein unschlagbares Immunsystem – so geht’s

Damals, im Gymnasium, war ich der kleine Bub, der immer krank war — wirklich immer.

Der Höhepunkt war dann das Abi, wo ich mit grünem Schleim (bakterielle Stirnhöhlenentzündung, hohes Fieber) angetreten bin, mit Klopapier, Teebaumöl und Red Bull im Gepäck — wie sonst hätte ich das durchstehen können?

Ich war ein unfassbar übertrainierter Leistungssportler, aber … wen interessiert’s? Das sind andere auch.

Vegane Ernährung: Heute, das Nonplusultra

Gestern Abend sehe ich eine Talkshow – zu Gast unter anderem Collien Fernandes und die Ministerpräsidentin der NRW, Hannelore Kraft.

Kurz wurde das Thema Ernährung angeschnitten, wo Hannelore Kraft es noch nicht schaffe, eine rein vegane Ernährung zu praktizieren.

Hier wird “Vegan” als das höchstmögliche Level einer gesunden Ernährung angestrebt und beworben. Meine Anmerkung: So tief sitzt der Glaube, dass Fleisch schlecht ist.

Und dann war Collien Fernandes gefragt: „Ich komme morgens nicht aus dem Bett und schaffe es nur wegen Energy-Drinks. Ich habe Energy-Drinks immer direkt am Bett stehen.“

Darauf hin wird doch tatsächlich gesagt, sie solle doch mal vegane Ernährung ausprobieren.

Urgs, ich dachte: „MOMENT!! Die kommt nicht aus dem Bett (wetten?), weil ihr Eisen viel zu niedrig ist.“

Und Vegan soll das besser machen? Oh je.

Nur damit wir uns richtig verstehen (weil ich oft missverstanden werde): Ich empfehle nicht, dass man sich nur von Fleisch ernähren soll. Aber Veganer achten in den meisten Fällen ja auch nicht darauf, ob sie genug Zink aufnehmen. Übrigens sind Kürbis-Kerne — oder irgendwelche anderen Kerne — kein guter Ersatz.

Das ist ein Leben der Sorgen, ständig stimmt etwas nicht.

Heute kann ich nicht schlafen, übermorgen komm ich nicht aus dem Bett, gestern war ich krank, morgen bin ich depressiv …

Ein unschlagbares Immunsystem lässt sich machen

Abhilfe schafft meistens ein Immunsystem.

Denn wenn das Immunsystem da ist, dann wird nicht ständig Zink irgendwo abgezogen, was ja dann im Gehirn fehlt, dann werden nicht ständig Aminosäuren abgezogen, die dann im Muskel fehlen. Et cetera.

Nein, ein intakes Immunsystem wird hocheffizient. Wenn das Becken voll ist, dann können ruhig auch mal 5 Liter verloren gehen, das merkt dann keiner.

Immunsystem in biochemischer Sprache:

  • Vitamin A (nicht ß-Carotin!) sorgt für die schnelle Vermehrung von Stammzellen und auch von Immunzellen. Vitamin A macht fehldifferentierte Zelle wieder „normal” und stoppt das Tumorwachstum. Vitamin A sorgt auch für die Vermehrung und Entstehung von Schleimhautzellen – die erste äußere Verteidigungslinie.
  • Vitamin D aktiviert neutrophile Granulocyten, die mit Hilfe von NO (Arginin!) Eindringlinge zerstören, auch Krebszellen. Sieht hammermäßig aus, wenn man das mal live sieht.
  • Jod an sich wirkt antibakteriell, weiß jeder, aber auch innerlich, dazu muss man nur ordentliche Werte haben. Zusammen mit Selen, macht es T3 und T3 steigert die Proteinsynthese – schnelle Proteinsynthese, heißt auch schnelle Reaktion auf Pathogene.
  • Selen ist seit langer Zeit dafür bekannt, das Immunsystem scharf zu machen – das weiß man spätestens seit dem man gesehen hat, dass ein Selenmangel dafür sorgt, dass weniger Cytokine (Vermittler des Immunsystems) und T-Zellen selbst da sind. Weiterhin weiß man heute: Da wo viel Selen im Blut ist, kommen weniger Krebserkrankungen vor. Glutathionperoxidase arbeitet mit Selen …
  • Erst mit Hilfe von Zink kann körperfremdes Eiweiß zu körpereigenem Eiweiß werden (Immunsystem braucht Eiweiß!). Weiterhin sitzt Zink auf den Schleimhäuten, je höher der Zinkgehalt dort, umso niedriger die Wahrscheinlichkeit an einer Infektion zu erkranken.
  • Arginin macht via NO nicht nur Granulocyten hochaktiv, sondern ist auch der Treibstoff für die Teilung von T-Zellen (Immunsystem) und natürliche Killerzellen, die erste Verteidigungslinie gegen Eindringlinge.
  • Methionin – wissen wir neuerdings (Twitter!) – hemmt das Wachstum von Tumorzellen der Prostata und der Brust.
  • Vitamin B + Methionin halbert das Lungenkrebsrisiko.
  • Glycin hemmt das Wachstum von endothelialen Stammzellen, so dass Krebszellen absterben müssen – sie werden nicht gut genug versorgt mit Blutgefäßen.
  • n3-Fettsäuren modulieren unser Immunsystem dahingehend, dass es überschüssige Entzündungsreaktionen hemmt, was für das effektive Funktionieren des Immunsystems essentiell ist. Weiterhin sorgt es (nach dem Training) für eine stark erhöhte Ausschüttung von Interleukin 2 (IL2), was die Aktivität von NK (natürliche Killerzellen) erhöht. Ergebnis: Mehr Tumorzellen werden abgetötet.
  • Auch BCAA sind essentiell (!) für den Proteinaufbau von Lymphocyten. Ohne BCAA kann deine Immunzelle also nicht kompetent werden.
  • L-Carnitin ist ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems, denn in vielen Immunzellen finden wir L-Carnitin. Mehr L-Carnitin hat immer und immer wieder gezeigt: Dein Immunsystem wird stärker. Das wusste übrigens auch schon die Triathletin Astrid Benöhr.
  • Mehr Methyldonatoren (Cholin, Methionin) und Hühner haben eine deutlich bessere Immunantwort.

Abschließende Worte

Ich denke, das Problem wird ersichtlich: Wir können diese Liste noch endlos fortsetzen. Was die Liste aber sehr gut zeigt: Alles in deinem Leben, zumindest bezogen auf das Leben deines Körpers, dreht sich um Substanzen, die du zu dir nimmst — oder eben nicht.

Das da oben ist der Grund, warum du überhaupt isst, zumindest wenn man den energetischen Aspekt einmal außen vor lässt.

Doch immer bedenken, dass wir Gaußsche Verteilungskurven finden, was bedeutet, dass „noch mehr einer Substanz XY“ nicht zu „noch mehr einer entsprechenden Wirkung XY“ führt. Ganz im Gegenteil: Das Ganze kann sich auch ins Negative umkehren und wir nehmen Schaden.

Mein Immunsystem ist mittlerweile kompetent. Ich werde nicht mehr krank.

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