Schilddrüsenhormone „selbst machen“

Lugolsche Lösung könnte bei einer Schilddrüsenunterfunktion helfen

Wichtiger Anmerkung zum „Schilddrüsen-Protokoll“ vorweg

Mittlerweile ist das Schilddrüsen-Protokoll bekannt und taucht immer wieder in diversen Foren auf, in denen ich zufälligerweise stöbere.

Daher möchte ich hier ein paar Dinge klar stellen, auch für Leute, die das zukünftig ausprobieren.

Punkt 1)

Bezogen auf die Schilddrüse gibt es – für uns Normalos – nur ein paar Ansätze, die theoretisch zum Erfolg führen …

  • Mikronährstoff-Defizienzen ausgleichen
  • (Dadurch oder anders) hormonelle Dysbalancen auszugleichen
  • darunter vor allem und recht einfach zu modulieren: Leptin
  • kein chronisches Praktizieren von low/no-carb-Diäten und wenn, dann niedrigere
  • T3-Werte in Kauf nehmen
  • chronischen Entzündungen entgegenwirken
  • am Darm arbeiten
  • usw …

Punkt 2)

Thema Mikronährstoff-Defizienzen …
Die relevanten Mikronährstoffe sind bekannt und es geht nicht nur um Selen und Jod. Daher habe ich Buch bestimmt 50 Seiten lang erörtert, was ein System ist.
In der Literatur beschrieben (bzgl. Schilddrüsen-Funktion): Selen, Jod, Zink, Eisen, Vitamin A.

Mikronährstoff-Defizienzen beheben ist die erste Möglichkeit, die getestet werden sollte. Einfach nur testen. Wenn keine vorliegt, dann ist auch okay.

Punkt 3)

Was ist das Schilddrüsen-Protokoll? Dazu möchte ich 1-2 Sachen sagen.
Wenn man ein Problem hat, dann wird man gezwungen Lösungen zu finden. Bei mir (damals mit niedrigen Schilddrüsenwerten) war der Glaube an natürliche Heilung gegeben. Ich habe damals wirklich hochdosiert Jod genommen und dazu auch wirklich hochdosiert Selen supplementiert. Vitamin A und co. musste ich nicht nehmen, weil die Werte bereits sehr gut waren.

Nachdem ich damit meine Werte deutlich (= extrem) gesteigert habe, habe ich das in mein Tagebuch (edubily.tumblr) geschrieben. Danach wollten viele das „Rezept“ kennen lernen und ich habe es hingeschrieben. Danach haben mich etliche Nachrichten erreicht von Menschen, denen es plötzlich viel besser ging. Es gibt mit Sicherheit auch etliche Personen bei denen es nicht hilft.

Heißt: Es hat bei mir geholfen.

Zum Thema Lugolsche Jodlösung: Ja – hohe Dosen Jod reizen die Schilddrüse. Das wird potent gepuffert durch gute (= hohe) Selen-Spiegel. Auch kann sich eine latente Unterfunktion entwickeln durch die Gabe von so hohen Lugol-Dosen. Daher: Es war ein Risiko, das ich damals eingegangen bin.

Wenn Klienten das SD-Protokoll anwenden möchten, dann warne ich ausdrücklich und sage allen, dass sie mindestens eine ausgiebige Untersuchung der Schilddrüse veranlassen sollen, um eine Hashimoto-Erkrankung (und sonstige SD-Erkrankungen) auszuschließen.

Man muss nicht Lugol nehmen.

Neuerdings nutze ich persönlich Algen-Produkte – dort finden sich ebenfalls hohe Dosen Jod, allerdings niedriger als in Lugolscher Lösung.

Wer trotzdem so hohe Dosen Jod (wie in Lugol enthalten) konsumieren will, der steigert das nicht von 0 auf 50 mg, sondern steigert es langsam. Denkbar wäre u. a. einen Tropfen alle 5 Tage o. ä.

Edit: Und man sollte einfach realisieren, wie viel 50 mg überhaupt sind. Die Schilddrüse ist gut bedient mit 200 mcg pro Tag. Mit 50 mg kann man die komplette Schilddrüse in einem Zug absättigen!

Und bitte: Niemals etwas chronisch und exzessiv machen. Niemals. Nichts.

Punkt 4)

Chris edubily ist kein fahrlässiger Idiot, der irgendwas in sich hineinkippt und an sich experimentiert, als gäb’s kein Morgen mehr. Jeder, der sich mit einer Sache intensiv befasst, der weiß auch um die Nachteile und kann Dinge realistisch einschätzen. So ist es häufig nicht auf meinen Mist gewachsen, wenn Dritte mein Protokoll in meinem Namen durch die Internetwelt tragen und damit höchstens verursachen, dass ich als alte Kräuter-Hexe abgestempelt werde 🙂

Daher: Chris edubily, also ich, weiß, dass man Dinge realistisch sehen muss und vor allem: vorsichtig! Ich kann es nicht oft genug sagen. Es steht hier, es steht im Buch, es steht im Blog.

Darüberhinaus muss man Dinge nicht absolut sehen (= alles hochdosiert), sondern relativ (= angepasste Dosis). Man muss nicht stur eine bestimmte Menge einwerfen. Daher spreche ich so oft über Blutwert-Messung usw.

Umgekehrt: Du solltest so langsam realisieren, dass es nur sehr wenige Möglichkeiten gibt, Dinge in deinem Körper geradezurücken. Diese Möglichkeiten beschreiben wir hier, mehr nicht. Du kannst natürlich auch gleich zum Arzt und dir ein Medikamenten-Abo bestellen mit Thyroxin und co. Aber wer diese Möglichkeiten hier als „gefährlich“ klassifiziert, den möchte ich nach jahrelanger Hormon-Substitution (vom Arzt verordnet) gerne nochmal sprechen. Das ist natürlich sehr sicher und nicht gefährlich (Achtung, Ironie).

Das SD-Protokoll gibt es nicht.

Ich wünsche mir vor allem mehr Differenzierung! In Bezug auf Dosen, in Bezug auf Anwendungen, in Bezug auf das Darlegen von Fakten usw.

Anmerkung

Labor-Werte sind gut, um eine generelle Orientierung zu bekommen, wo ich genau stehe. Labor-Werte sind schlecht, wenn ich optimale Werte generieren möchte, denn die Werte orientieren sich (wie bekannt) am Durchschnitt – ob krank, gesund usw. (Bestes Beispiel: Vitamin D. Der Referenzbereich hat sich massiv verändert und somit auch die Dosen, die wir zuführen „dürfen“.) Wir geben hier auf dem Blog weiter, was uns viele Wissenschaftler schon viele Male hingeschrieben haben: Eine chemische Reaktion kann man beeinflussen. Und eine chemische Reaktion wird langsamer ablaufen, wenn weniger Substrate verfügbar sind.
Klassisches Beispiel: Bei Eisen-Mangel fühlst du dich nicht sonderlich gut, peripher (im Muskel und co.) stockt die ATP-Produktion, aber der Körper versucht bis zuletzt die für das Überleben wichtigen Organe zu speisen mit dem Mangelstoff – Beispiel Herz. Daher schlägt das Herz auch dann noch gut, wenn im Muskel schon lange das Eisen ausgegangen ist. Ist das optimal? Nein. Du verstehst den Gedanken.
Zu diesem Thema vielleicht auch nochmal meinen heutigen Artikel zum Thema Serotonin und Pyridoxin lesen!

Nachdem das geklärt ist, hier der ursprüngliche Artikel

Heute habe ich eine Mail erhalten, in der ein Mann seine mangelnde Libido beschreibt und aufgrund dieser Tatsache, Hormone exogen zuführt.

Das ist ja – zunächst einmal – eine weise Entscheidung. Nur er hat festgestellt, dass DHEA – aus seiner Sicht – wohl nur kurzfristig geholfen hat, da es (wahrscheinlich) die Schilddrüsenfunktion positiv beeinflusst.

Tatsächlich kann die Zufuhr von DHEA die Schilddrüsenfunktion verbessern. Das sieht man bei einigen Menschen, die mal DHEA genommen haben, dann absetzen und die T3-Werte plötzlich in den Keller gehen.

„Jetzt zu meiner Bitte: würdest Du mal schildern, wie Du es anfängst, Deine Schilddrüsenhormone _dauerhaft_ zu erhöhen, ohne dass Dir die Schilddrüse schrumpft und alle Bemühungen wieder zunichte macht? Ich denke, diese Frage dürfte viele Deiner Leser interessieren. Ich bin beim Graben im Netz jedenfalls noch auf keine Antwort gestoßen.“

Mit Lugolscher Jodlösung und Selen zu mehr Schilddrüsenhormonen

Zunächst: Die Schilddrüse sollte eigentlich nur schrumpfen, wenn sie nichts zu tun hat (oder durch krankes/nicht funktionierendes Gewebe ersetzt wurde). Das heißt, eine Schrumpfung wäre beispielsweise zu erwarten, wenn man Thyroxin nimmt.

Meine Idee war damals, als ich selbst Schilddrüsen-Probleme hatte, die natürliche Funktion der Schilddrüse wiederherzustellen, indem ich ihr das gebe, was sie zum Funktionieren braucht: Jod.

Da mir aber bewusst war, dass ich mit 200mcg pro Tag nicht weit komme, habe ich mir Lugolsche Lösung in der Apotheke gekauft. Lugolsche Lösung ist eine sehr hochdosierte Jod/Jodid-Lösung, die pro Tropfen bis zu (ca.) 5mg Jod/Jodid liefern kann. Das wäre also das >20-fache von dem, was ich pro 200mcg-Tablette nehmen würde.

Zwar ist die Schilddrüse innerhalb sehr kurzer Zeit abgesättigt, aber ich wollte nicht nur meine Schilddrüsen absättigen, sondern nachhaltig meinen ganzen Körper und alle Gewebe. Und das dauert. Übrigens macht man sich dieses Wissen zunutze und gibt bei atomarem Unfall, 50-100mg Jod-Tabletten, die innerhalb kurzer Zeit die Schilddrüsen mit Jod absättigen, was den Eintritt von strahlendem Jod verhindert.

Der nächste Schritt in meiner Planung sah vor, alle selenhaltigen Enzyme in meinem Körper maximal abzusättigen. Denn auch die Dejodase, das heißt das Enzym, was die Umwandlung vom „schlafenden T4“ in das „aktive T3“ katalysiert, ist ein Selenoprotein.

Übrigens, das ist sehr wichtig für Schilddrüsenhormone: Selenoprotein.

Bei suboptimalen Aminosäure-Werten im Blut (bzw. niedrigem Gesamteiweiß), spart der Körper – bezogen auf den Eiweißhaushalt – an allen Ecken und Enden und man kann davon ausgehen, dass auch die Syntheserate von wichtigen Proteinen (z.B. Dejodase) herabreguliert ist. Ein alternatives Szenario ist auch, dass die Dejodase-Aktivität in wichtigen Zielorganen (beispielsweise im Herz) „normal“ bleibt, in anderen Gewebe (Gehirn, Muskel, Leber) aber leidet. Was aber letztendlich genau abläuft, das weiß wahrscheinlich niemand.

Insgesamt habe ich mehrere Wochen neben Lugolscher Jodlösung auch Selen eingenommen. Und das

  1. in optimaler Bioverfügbarkeit und
  2. sehr hochdosiert.

Gerade bei Selen ist es sehr wichtig darauf zu achten, ob es sich um eine organische oder anorganische Selenform handelt. Organisch wäre beispielsweise Selenmethionin/cystein, anorganisch wäre Natriumselenit. Generell sind organische Substanzen (z.B. Spurenelemente) deutlich besser verfügbar – im Falle des Selens zeigen diverse Arbeiten, dass beide Formen effektiv aufgenommen werden, wobei aber nur die organische Form tatsächlich auch im Körper bleibt (Fox et al., 2002).

Ich habe dies auch ausprobiert: Bei sehr hohen Dosen (nahe an der toxischen Grenze, ca. 1000mcg) bekam ich kurzzeitig Kopfschmerzen, was bei der organischen Form nicht der Fall war.

Um den Selenhaushalt rasch aufzufüllen, habe ich ca. 4-5 Wochen täglich 400-1000mcg Selenmethionin eingenommen – die Dosis habe ich an einigen Tagen höher gewählt (z.B. 800mcg), an anderen Tagen eher niedrig (400mcg).

Die Idee war am Ende sinnvoll, denn ich habe die Funktion der Schilddrüse wiederhergestellt, meinen Wert um 300-400% oder 3-4-fach gesteigert. Jetzt liege ich an der Obergrenze bezogen auf den Referenzbereich.

Ganz aktuell hat jemand damit seine „kleine Schilddrüse“ (was ja tatsächlich durch exogene Zufuhr entstanden ist) „geheilt“. Diese Frau hat jetzt ganz normale SD-Werte, die den Werten entsprechen, die sie mit der Einnahme von exogen zugeführten Präparaten erreicht hat (Obergrenze). Sie braucht also keine exogen zugeführten Hormone mehr.

Auf was ich aber explizit hinweisen möchte: Ich bin kein Arzt und man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass eventuell eine kranke Schilddrüse vorliegt, die ein normales Funktionieren – auch mit Hilfe von Jod/Selen – nicht mehr, oder nur bedingt, ermöglicht.

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30 Kommentare, sei der nächste!

  1. Läßt nicht auch ein sinkender TSH-Wert (der ja sinken MUSS, wenn so viel T3 im Blut ist) die Schilddrüse schrumpfen? Hast Du TSH gemessen?

    1. Ich habe TSH messen lassen, ja. TSH ist niedrig – wie du sagst – logischerweise. Es macht keinen Sinn, dass optimal funktionierende Gewebe (denen man nur die Substrate zur Verfügung stellt) mit Feedback-Mechanismus, Schaden nehmen oder sich in ihrer Morphologie verändern. Das wäre der Fall, wenn man etwas „künstlich“ erzeugt, was ja aber nicht gegeben ist.
      Der TSH-Wert reguliert die T3-Werte im negativen Feedback. Das heißt der TSH-Wert wäre niemals eine Gefahr für die Funktion bzw. die Morphologie der Schilddrüse. Daher gibt es ja Regelkreise. Wobei mir auch keine Arbeit bekannt ist, in der es einen Zusammenhang zwischen hoch-normalen T3-Werten, TSH und der SD-Größe gibt, zumindest in „gesunden Bereichen“. Bei Überfunktion kann die Sache anders aussehen, aber – wie gesagt – dies kommt nicht zustande.

      1. Bleibt jetzt Dein T3 dauerhaft von allein oben, oder mußt Du eine dauerhafte Zufuhr mit Jod und Selen fahren? Und wenn ja, in welcher Dosis?

        1. Ehrlichgesagt achte ich nicht immer auf eine hohe Zufuhr von beiden – aber ich nehme auch ein Multivitamin-Präparat in dem sowohl Jod (200mcg), als auch Selen (200mcg) enthalten sind. Das heißt: Wenn alles aufgefüllt ist, muss man nur noch halten.
          Unter dieser Berücksichtigung: Ja, meine T3-Werte sind seit 1 1/2 Jahren unverändert.

          PS. Aber!! mit diesen „200mcg“ wirst du niemals den T3-Wert erhöhen. Du musst schon „auffüllen“. Denn: Das Präparat habe ich damals auch schon genommen, also während meiner Zeit mit niedrigen T3-Werten.

  2. Mirko,

    das merkst du gar nicht. Sie ist etwa nach 50mg gesättigt, dein Körper braucht wohl mehrere Wochen bis Monaten.
    1-10 Tropfen sind vertretbar, sofern keine Schilddrüsenerkrankung vorliegt.

    Captain,

    logisch. Das machen tausende Menschen und die Japaner essen im Schnitt täglich 5mg Jod.

    1. Okay. Danke für die schnelle Antwort.
      Eine blöde Frage muss ich aber noch stellen: jod und Selen am besten zu einer Mahlzeit oder auf leeren Magen einnehmen?

      PS: eine echt tolle und informative Seite hast du hier! Daumen hoch!

  3. Ich habe eine frage: Ich stecke gerade in einer Diät die noch für Monate anhalten wird. Macht es dann durchaus sinn Selen und Jod in so einer hohen Dosis zu konsumieren?

    Oder wird mein ständig sinkender Leptin-Spiegel den T3-Wert killen, so dass die Supplementation in so hohen Dosierung gar keinen Sinn macht.

    Kurz: Kann sich mein Stoffwechsel (T-Wert) in meiner Diät durch die Einnahme von 5mg Jod und 400-1000mcg verbessern ?

  4. 2 Fragen:

    Kann LL eingenommen werden bei Hashimoto?
    Es heißt doch immer, dann dürfe kein Jod eingenommen werden.

    Ist trotz Einnahme von L-Thyroxin(100) Selen empfehleswert und wieviel pro Tag?

  5. Hallo
    Habe selbst Hashimoto und hatte/habe Ruhe, seit ich Jod gemieden habe. Allerdings ist meine Schilddrüse mit 3ml ziemlich weg und kann nicht mehr viel anstellen. Daher habe ich den Versuch gemacht und Lugolsche Lösung eingenommen. Einen guten Selenspiegel hatte ich vorher auch schon. Insgesamt habe ich etwa 300mcg Selen/Tag aus verschiedenen Selenmischungen. Seitdem habe ich auch auf die Two-per-day gewechselt, das ja auch 150mcg Jod enthält.
    Unterschied merke ich keinen. In den ersten Tagen hatte ich einen leichten Druck im Hals wie nach einer leichten Dosisänderung sonst auch, der inzwischen wieder weg ist. Werte habe ich seitdem noch nicht gemacht. ´
    Da meine Werte bislang eher im unteren Drittel des Referenzbereichs lagen, hatte ich allerdings auch genügend Spielraum ohne dass ich in der Bereich einer Überfunktion kommen würde. Bin selbst gespannt auf die nächsten Werte. Bislang kann ich nur sagen, dass es sich bei mir zumindest nicht negativ ausgewirkt hat im Sinne einer verstärkten Immunreaktion.
    Zu deiner Frage: Meiner Meinung nach geht Jod ohne Selen gar nicht, da es zur Verarbeitung gebraucht wird. Ich habe es schon lange neben L-Thyroxin, da D ja ohnehin Selenmangelland ist.

  6. Luna kennt sich diesbezüglich bestens aus und ich bin froh, dass sie immer wieder ihre Erfahrungen teilt. Danke an dich!

    Generell bin ich persönlich ein wenig ängstlich, wenn es um Klienten geht, die Hashimoto haben. Zunächst empfehle ich immer, die Entzündungsreaktion zu dämpfen, notfalls mit hoher Gabe von n3-Fettsäuren, einigen sekundären Pflanzenstoffen und Vitamin D. Insgesamt sollte der Mikronährstoff-Haushalt deutlich verbessert werden, denn auch Zink etc. wirken zytoprotektiv.

    Das Wichtigste, um eine „Jod-Intoxikation“ zu vermeiden, wenn man das so nennen möchte, ist, gute Selen-Werte im Blut zu haben. Natürlich wirkt Jod bei gesunden Menschen überhaupt gar nicht toxisch, aber kann u.U. Entzündungsreaktionen der Schilddrüse begünstigen. Das ist mit Sicherheit eine Gratwanderung.
    Auf der anderen Seite wissen wir, dass die Japaner deutlich mehr Jod essen als wir (im Schnitt das 200-fache) und trotzdem nicht mehr „Probleme“ haben mit der Schilddrüse.

    Es zählt die eigene Erfahrung und die macht man womöglich einfach. Probieren geht über studieren.

    Übrigens: Es gibt in den USA einen „Jod-Forscher“ namens Dr. Brownstein, der behauptet, dass Hashimoto das Resultat einer chronischen Jod-Unterversorgung ist.

    LG, Chris

  7. Bei mir ist der wesentliche Unterschied zu früher ja auch, dass ich erheblich höhere Spiegel in allen von Chris genannten Bereichen habe. Insofern deckt sich das voll mit dem, was er schreibt. Das scheint mir der Knackpunkt dabei zu sein. Ich war/bin bislang aber eh nicht sehr empfindlich, insgesamt nicht und auch nicht, was Schübe angeht und habe keine weiteren Autoimmunerkrankungen.
    Die Empfehlung MEHR Jod zu nehmen, wurde bereits von Dr. Schmitt-Homm gegeben und dort im Forum diskutiert. War mir also nicht neu.
    Ob es in Japan wirklich nicht so wenige SD-Probleme gibt, da bin ich persönlich mir nicht so sicher. Wenn ich allein an die Diagnostik und Behandlung bei uns denke… Immerhin hat Herr Hashimoto dort die Krankheit entdeckt. Aber es ist sicherlich auch ein Unterschied, in welcher Form die Menschen sich mit Jod versorgen. Selbst Hashipatienten vertragen ja manchmal Jod aus natürlichen Quellen wie Fisch oder Kelp besser als unser den Nahrungsmitteln künstlich zugesetztes Jod. Da hilft wohl nur ausprobieren, Risikobereitschaft vorausgesetzt.

  8. Erstmal einen herzlichen Glückwunsch zu deinem Buch. Hab’s bis gerade durchgelesen.
    Sehr empfehlenwert!
    Zu der Füllungsphase: Du hast Selenm. über 5Wochen, und die LL auch in den genannten Zeitraum eingenommen? Danach nur noch das Multivit.? Und hast du bereits in der Füllungsphase die 20kg Magermasse zugenommen? Klingt unglaublich wenn man nicht dopt. Werde es natürlich selbst ausprobieren nach dem Bluttest. Hast du dieses Niveau ohne Sm und LL halten können?
    Vielen Dank schon mal im Voraus!

  9. Ich habe heute das erste mal die Lugolsche Lösung in einem Glas Wasser eingenommen. Der Geschmack ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Kann ich mir die Lösung auch auf die Haut tun, wird da dann das Jod auch aufgenommen?

    1. Liebe Bettina,

      ja, die Haut ginge auch, aber wie zuverlässig das ist, kann ich dir nicht sagen.

      Vielleicht kommst du mit Algenprodukten besser zurecht? Ich arbeite derzeit mit (u. a.) Wakame.

      LG, Chris

  10. Hallo Chris,
    ich nehme jetzt seit 2 Wochen 0,33%ige Lugolsche Lösung im Bereich von 30mg Jod. Selen jedoch nehme ich über 70g Paranüsse am Tag zu mir. Da die Paranüsse jedoch auch starke Schwankungen beim Selen-Gehalt haben können wäre es wohl sinnvoller ein extra NEM dafür zu nehmen. Kannst du eines empfehlen?
    PS: Der Geschmack ist wirklich nicht nett aber da ich schon länger Pine Pollen mit Citrullin in Wasser trinke kommt mir so schnell nichts mehr als schlimm vor. 😉
    Beste Grüße

  11. Hallo,

    wenn ich Jod und Selen in der von dir angegeben Menge einnehme – nehme ich das dann zusätzlich zu meinem L-Thyroxin 50 Tabletten oder lasse ich diese weg?

    1. Hallo Nadine,
      es kommt darauf an, warum du L-Thyroxin nimmst. Falls du Hashimoto und dadurch eine kleine, zerstörte Schilddrüse hast, ist bei Jod eh Vorsicht geboten, selbst mit ausreichend Selen dabei. Falls du in einer UF warst wegen zu wenig Jod, was in D angesichts der hohen Jodierung fast nicht mehr möglich ist, könnte es klappen. Selen ist notwendig, damit Jod ordentlich verstoffwechselt werden kann.
      Fazit: ob du L-Thyroxin dann weglassen kannst, kann dir vorher niemand sagen. Es hängt auch davon ab, wieviel LT du nimmst. Eine kleine Dosis ließe sich leichter ausgleichen.
      Lg
      Luna

  12. Hallo Chris, ganz wichtige Frage!

    Verträgt sich Iod und Selen bei der Einnahme mit Kaffee oder Grünem Tee? Kann man beides zusammen einnehmen? Auch beide Supps zusammen?

    Und da Vitamin A und Eisen ja auch eine Rolle spielen, kann man die zu dem Mahlzeiten einnehmen?

  13. Hallo Chris,

    ich hatte Morbus Basedow und dadurch Überfunktion. Mit Radioiodtherapie ist die SD teilweise zerstört und jetzt habe ich Unterfunktion und nehme L-Thyroxin. Bring da was bei mir Iod und Selen einzunehmen?

  14. Hallo. Hätte eine Frage bzgl Jod. Kann man statt lugolischer
    Lösung und Wakame Algen auch ein Algenpulver nehmen und wenn von welcher Alge: Spirulina, Chlorella usw…?

  15. Hallo Chris,

    Lugolsche Lösung in einer Apotheke bei mir hier in der Umgebung zu bekommen ist so ähnlich wie Steine schneiden. Entweder ich muß den Herren und Damen Pharmazeuten erstmal erklären, was das ist, und/oder „der Computer sagt neiiin“, sprich nicht über den Großhandel beschaffbar.
    Mir wurde daraufhin als vergleichbares Produkt Betaisodona-Lösung angeboten. Bin mir hier allerdings nicht so sicher, da ein paar Zutaten mehr drin sind und die Konzentration ebenfalls höher ist (11%) als in LL.

    Zugreifen?

    Gruß Lutz

  16. Hallo zusammen,
    ich möchte gerne um einen Gefallen bitten: Könnten vielleicht einige Jod-Supplementierer, die von sich wissen, daß sie mit Jod abgesättigt sind, bitte diesen omminösen Jod-Hauttest machen, von dem man vielfach im Netz liest und auch Videos ansehen kann? (5 x 5 cm große Hautfläche auf dem inneren Unterarm nahe der Armbeuge mit LL einpinseln, z. B. mit einem Wattestäbchen, 12 Stunden warten über Nacht. Bei genügend Jod im Körper sollte die Fläche dann noch zu sehen sein.)
    Mich würde interessieren, ob Jod wirklich transdermal in den Körper integriert wird. Ich habe es selber ausprobiert und konnte die 5 x 5 cm-Fläche nach 12 Stunden über Nacht tatsächlich fast nicht mehr sehen. Vielleicht hat es sich auch einfach nur abgerieben.
    Im Zeitalter von Fake-News schadet so eine kleine nicht-repräsentative Feldstudie auf keinen Fall, oder?! Macht ihr mit? Ich bedanke mich im voraus für eure Mithilfe.
    Viele freundliche Grüße,
    Andrea

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