„Ich kann nicht mehr“

Mentale Erschöpfung kennt jeder. Man kann zwei Typen, zwei Arten des obigen Statements unterscheiden:

  • Ich sehe keinen Sinn mehr in meinem aktuellen Handeln (rationale, kognitive Ebene)
  • Ich bin nicht mehr in der Lage weiter zu machen (körperliche Ebene)

Selbstverständlich gehen beide oft fließend in einander über bzw. zeigen sich gegenüber eine Abhängigkeit.

Ganz wichtig: Dieses „nicht mehr in der Lage“ sein, hat seinen Ursprung auf biochemischer Ebene des Körpers.

Dies kann ganz viele Ursachen haben, aber die sicherste ist das Dopamin bzw. Noradrenalin.

Damit sich das einige mal wieder in Erinnerung rufen können:

Dopamin/Noradrenalin macht man so:

  1. Tyrosin/Phenylalanin (Aminosäuren, Eiweiß)
  2. T. bzw. P. werden mit Hilfe von AAAH (Enzym) zu L-Dopa umgesetzt – AAAH braucht Phosphor (wegen Biopterin) und Eisen zum Funktionieren.
  3. L-Dopa wird mit AADC (Enzym) zu Dopamin umgesetzt – AADC braucht Vitamin B6 zum Funktionieren. 
  4. Dopamin wird zu Noradrenalin mit Hilfe von DBH (Enzym) – DBH braucht Kupfer und Vitamin C. 

Dopamin bzw. Noradrenalin gibt uns etwas, was unbezahlbar ist: Unendlichen inneren Antrieb.

Man hat einfach keine Lust mehr aufzugeben, ist verbissen, so lange, bis man das Ziel erreicht. Wie ein kleines Männchen im Kopf, das nie wieder vom Gaspedal geht. Immer vorwärts! Das ist dieses: Ich will jetzt arbeiten, ich will jetzt machen, ich will jetzt konstruktiv sein. Das ist dieses: Scheiß egal, ich mache trotzdem weiter, ich habe keinen Bock mehr auf dieses ewige Genörgel im Kopf.

Das ist dieses… hinfallen, wieder aufstehen, hinfallen, wieder aufstehen, so lange, bis man endgültig stehen bleibt.

Ganz wichtig: Die äußeren Bedingungen spielen da nur zum Teil eine Rolle. Denn der Kopf gibt einfach niemals mehr auf. Dafür brauchst du dich nicht mehr anzustrengen, das ist dann einfach so.

Wir kennen a) das Gegenteil und b) die Steigerung.

a) … sehe ich bei uns in der Gesellschaft sehr oft und habe es selbst erlebt: Mein Gehirn möchte nicht mehr. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, in meinem Kopf ist nur noch Stillstand, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit… das heißt Depression.

b) … musste ich auch einmal erleben: Zu viel des Guten und man wird größenwahnsinnig, hat keine Feinde mehr, fühlt sich wie der dickste Fisch im Teich, niemand kann einem das Wasser reichen, alle anderen sind Versager und man hat das Gefühl, man selbst ist die Welt oder man hat so viel Antrieb, dass man die Welt umarmen könnte: „Du gehörst jetzt mir“. So auf die Art.

Das heißt: Dopamin bzw. Noradrenalin sollten ein gesundes Maß im Kopf haben. Ich würde sagen, so im vorderen Viertel.

Der allerallersicherste Zugang zu Dopamin/Noradrenalin ist das Eiweiß uns insbesondere Tyrosin bzw. Phenylalanin.

Aber dann hinterher bitte nicht beschweren, wenn man niemals mehr zur Ruhe kommt und ständig „machen muss“. 🙂

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  • Seabass

    Servus Chris,

    hättest du eine Verzehrempfehlung für N Acetyl L Tyrosine und DL Phenylalanine ?

    Danke dir!

    • chris

      Hallo Seabass,

      das ist total Individuen-abhängig! Manche reagieren auf 1-2 g extrem – andere brauchen auch mal 5 g. Ausprobieren!

      Chris